Rapper Cro

So lieb ist Rapper Cro unter seiner Pandamaske

"Raop", das Debüt-Album von Rapper Cro, ist die Nummer 1 in den Charts. Zudem sind acht seiner Singles in den Top 100.

Foto: dapd

"Raop", das Debüt-Album von Rapper Cro, ist die Nummer 1 in den Charts. Zudem sind acht seiner Singles in den Top 100. Foto: dapd

Berlin.  Rapper Cro gilt zurzeit als heißester Musiker in Deutschland. Sein Debüt-Album „Raop“ ist auf Platz 1 der Charts. Sein Gesicht kennt allerdings kaum jemand: Der junge Mann trägt auf der Bühne eine Pandamaske.

Vor oder nach seinen Konzerten macht sich Carlo Waibel alias Cro einen Spaß daraus, unmaskiert unters Volk zu treten und ein bisschen zu quatschen, es erkennt ihn fast nie jemand. Superidee mit der Pandamaske also, verriet er Steffen Rüth, sorgt sie doch für Anonymität und Aufmerksamkeit. Cro ist in seinen Zwanzigern (im Netz veröffentlichte Daten bestätigt er nicht), stammt aus einem Örtchen nahe Stuttgart und ist seit Monaten der heißeste neue Musiker Deutschlands. Sein Debüt-Album „Raop“ ist auf Platz 1 der Charts, acht der sanften Rap-Songs sind zeitgleich in den Top 100.

Warum haben Sie sich gerade für eine Pandamaske entschieden?

Cro: Ich habe mir nicht so viel dabei gedacht. Ich habe die Maske im Internet bei einem Maskenanbieter gefunden, es war die schönste, die putzigste, ich fand sie cool. Dann habe ich sie bestellt, angezogen und gedacht „Das bin ich“.

Was bringt die Verkleidung?

Cro: Privatleben. Und sie hilft mir, auf der Bühne die Sau rauszulassen. Ich bin nicht schüchtern, aber auch nicht so die Spaßkanone, mit der Maske bin ich lockerer und komme besser aus mir heraus.

"Die braven Rapper sind wieder an der Reihe" 

Deutscher Hiphop war eine Zeit lang weg vom Fenster, dann kamen Leute wie K.I.Z., Marteria, Casper, jetzt Sie. Was ist der Grund für den neuen Trend?

Cro: Die braven Rapper sind wieder an der Reihe. Wie vor 20 Jahren mit den Fantas. Die habe ich als Kind krass abgefeiert und höre sie immer noch gern. Bis es zu viele von den Lieben werden, dann kommen wieder die Bösen, dann gar keine, dann geht es von vorne los.

Und Sie sind ein braver Rapper?

Cro (lacht): Ich bin kein böser Rapper. Ich bin ein Rapper, dem man auch mal der Mama zeigen kann.

Mit oder ohne Maske?

Cro: Ohne. Ich bin auch ohne Maske lieb. Und vorzeigbar.

Ihre Songs sind sehr entspannt, lässig und fröhlich. Sie auch?

Cro: Ja, ganz klar. Mein Leben ist bis jetzt perfekt gelaufen, immer ist mir alles in den Schoß gefallen. Ich mache zwar auch was dafür, aber ich hatte unheimlich viel Glück.

Lebensbejahung als Prinzip?

Cro: Klar. Ich denke nicht viel nach, ich mache einfach mal, ohne dass ich schon alle Konsequenzen und Möglichkeiten kenne. Die ganze Jugend ist eigentlich gerade so drauf, ich merke das ja an meinen Freunden. Wir sind so frei und wild wie lange nicht.

Wir setzen uns Ziele, die wir spontan versuchen zu erreichen, aber wir schmieden keine großen Pläne. Altersversorgung? Da lachen wir alle drüber.

"Mein Vater schickt mir immer Youtube-Links mit neuer Musik" 

Dabei gelten Schwaben doch als besonders spießig.

Cro: Ach, sogar meine Eltern finden doch cool, was ich mache. Mein Vater schickt mir immer Youtube-Links mit neuer Musik, die ich unbedingt hören soll.

Wie haben Sie das überhaupt gelernt mit dem Musikmachen?

Cro: Wie man Dinge so lernt, für die man sich interessiert. Ich fing mit 14 an, kam heim von der Schule oder der Ausbildung, und habe jeden Tag versucht, Sounds zu erschaffen, mit Synthies oder Drums herumzuexperimentieren. Am Anfang hatte ich nur einen schlechten PC und ein schlechtes Mikro, dann, als ich Geld verdiente, habe ich mir immer fettere Sachen dazugekauft, Boxen, Keyboards, alles Mögliche. Mit 18, 19 fand ich dann selbst, dass mein Zeug fett klang.

Andere Rapper sind im Netz auf das Mixtape „Meine Musik“ aufmerksam geworden, das „Easy“-Video ist mehr als 20 Millionen Mal bei Youtube angeschaut worden und Jan Delay hält Sie für „die Zukunft des Deutschrap“...

Cro: Mal gucken, was daraus wird. Alles ging von ganz alleine. Für mich kam dieser Boom genauso plötzlich wie für alle anderen. „Easy“ ist ein frisches Lied, aber warum gerade „Easy“? Da müsste man die Menschheit fragen. Ich habe keine Ahnung, warum das so abgeht.

Gibt es irgendetwas, das Sie am Leben als gefragter Rapper stört?

Cro: Der Dreck. Man ist mit dreckiger Wäsche unterwegs, liegt im dreckigen Bus im dreckigen Bett und kriegt das Grausen.

Waschen Sie selbst?

Cro: Schon lange. Meine Mutter steckt alles immer in den Trockner oder wäscht zu heiß, die macht aus meinen Pullis Barbiepüppchenkleider.

  • Cro live: 28.8. Zeltfestival, 4.10. Dortmund FZW (beide ausverkauft)
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