Freihandel

Ohne Freihandel verlieren alle

US-Präsident Trump droht Deutschland mit hohen Importzöllen. Das träfe die deutsche Wirtschaft hart.

US-Präsident Trump fährt schwere Geschütze auf: Der Handelsbilanzüberschuss von rund 50 Milliarden Euro, den deutsche Unternehmen zuletzt gegenüber der US-Konkurrenz erzielten, sei ein „ernsthaftes Problem“. Und der Chef des Weißen Hauses schwingt ungeniert die Protektionismus-Keule. Importzölle von bis zu 35 Prozent sollen die heimische Industrie schützen. Zusätzliches Doping: Bei Exporten können amerikanische Firmen mit Steuererleichterungen rechnen. Für deutsche Betriebe wäre dies hart. Die USA sind ihr größter Exportmarkt.

Man kann es sich einfach machen und der US-Regierung Blauäugigkeit ankreiden. Unternehmen sind in einer global vernetzten Wirtschaft auf Zulieferungen aus vielen Ländern angewiesen. Es ist schwer nachvollziehbar, dass einem international tätigen Geschäftsmann diese Zusammenhänge schleierhaft sein sollen. Der US-Präsident wird vielmehr Gefangener seiner eigenen Wahltaktik. Er hat das Duell gegen die Demokratin Clinton auch deshalb gewonnen, weil er versprochen hatte, die weggefallenen Jobs in der Stahl- und Kohleindustrie zurückzubringen.

Trotzdem wäre es falsch, die Protektionismus-Drohungen des US-Präsidenten mit gleicher Münze heimzuzahlen. Das Prinzip der Vergeltung - ich setze deinen Zöllen meine entgegen - führt zu einer nach oben offenen Eskalation. Ohne Freihandel verlieren alle. Deshalb bleibt den Europäern nichts anderes übrig, als Trump die Vorteile einer offenen Weltwirtschaft immer wieder zu verklickern. Mehr als 3700 deutsche Betriebe schaffen in Amerika knapp eine Million Stellen. Sie bieten eine weltweit gerühmte Berufsausbildung. Wenn man alle Vorteile summiert, müsste Trump diese Logik des „Deals“ eigentlich verstehen.

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