Umfragewerte der Grünen

Wann wird es wieder grün?

Die Ursachen für den Absturz der Grünen sind vielfältig, sie haben zu tun mit Profilen, Personen und Programmen.

Die Grünen verschwinden. Gerade noch sechs Prozent der NRW-Wähler würden einer aktuellen Umfrage zufolge Grün wählen. Es fehlt nicht viel, und die Partei fliegt im Mai aus dem Landtag des bevölkerungsreichsten Bundeslandes. Sie verabschiedet sich klammheimlich. Die Grünen haben hierzulande noch nicht einmal die Kraft für einen internen Aufschrei, geschweige denn für eine öffentlich wirksame Revolution. Sie schweigen sich ins politische Abseits. Und im Bund läuft es nicht viel besser.


Die Ursachen für den Absturz sind vielfältig, sie haben zu tun mit Profilen, Personen und Programmen. In Zeiten, in denen die Wähler mehr auf Gesichter zu stehen scheinen als auf Inhalte (siehe Martin Schulz), fehlt den Grünen in NRW eine charismatische Führungsfigur. Als Schulministerin konnte Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann bisher keinen Blumentopf gewinnen. Das Turbo-Abi-Chaos hat sie schlecht ge­managt. Umweltminister Remmel stellen die anderen Parteien – sogar der eigene Koalitionspartner – erfolgreich als notorischen Verhinderer dar.


Überhaupt die SPD: Die Grünen haben den Fehdehandschuh nicht aufgenommen, als Verkehrsminister Groschek von einer „durchgrünten Gesellschaft“ sprach, die es zu verändern gelte. Und als NRW sich an Sammelabschiebungen nach Afghanistan beteiligte, wurden die Grünen nicht einmal informiert. Beide Themen berühren die grüne Kernprogrammatik – aber die Wähler berühren die Grünen damit nicht mehr.

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