NRW-Wahlkampf

Nur ein Aufreger im Duell zwischen Kraft und Laschet

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (l.) und Armin Laschet trafen zu einem ersten Duell der NRW-Spitzenkandidaten in Düsseldorf aufeinander.

Foto: Fabian Strauch

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (l.) und Armin Laschet trafen zu einem ersten Duell der NRW-Spitzenkandidaten in Düsseldorf aufeinander. Foto: Fabian Strauch

Düsseldorf.  Ministerpräsidentin Hannlore Kraft (SPD) und Herausforderer Armin Laschet (CDU) diskutierten in Düsseldorf. Nur einmal wurde es spannend.

Das erste Duell zwischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und ihrem CDU-Herausforderer Armin Laschet hat am Montagnachmittag noch gar nicht begonnen, da droht es feurig zu werden. Im ehrwürdigen Düsseldorfer Museum Kunstpalast, in das der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zum Kongress „NRW 2020“ geladen hat, springt unvermittelt die Alarmanlage an. Kraft und Laschet müssen gemeinsam mit 500 Gästen den Saal verlassen.

Es ist ein Fehlalarm. Und bleibt doch fast der aufregendste Moment der Veranstaltung. Kraft ist beim DGB erkennbar zu Gast bei Freunden. Sie hat wenig Mühe, die von Gewerkschaftsfunktionären vorgetragenen Fragen routiniert zu parieren. Arbeitslosigkeit so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr, jeder dritte Euro des Landeshaushalts in Bildung investiert, Spitze bei Unternehmensgründungen, Polizei-Einstellungszahlen nach oben getrieben, „Gute Arbeit“ groß geschrieben. Die Ministerpräsidentin wirkt mit sich, dem Land und ihrer Regierungsbilanz wenige Wochen vor der Landtagswahl ziemlich zufrieden.

Laschet bringt Kraft kaum aus der Ruhe

Nach etwa einer Stunde freundlicher Sessel-Plauderei entfährt Laschet der verzweifelt klingende Satz: „Das ist so eine Anspruchslosigkeit.“ Bis dahin ist es dem Herausforderer nur dreimal gelungen, Kraft ein wenig aus der Ruhe zu bringen und deren Rhetorik kritisch mit der Realität abzugleichen, was Laschet sich offenbar vorgenommen hatte.

Die Ministerpräsidentin sagt etwa zu „sachgrundlosen Befristungen“ von Angestellten ganz im Geiste ihres neuen Parteivorsitzenden Martin Schulz volkstümlich: „Weg damit.“ Laschet reibt ihr unter die Nase, dass der Öffentliche Dienst in NRW weitaus mehr Befristungen ausspreche als die Privatwirtschaft: „Wenn man sieben Jahre lang regiert, muss man sich an dem messen lassen, was man in seinem Verantwortungsbereich macht.“ Dass er versehentlich „sachgrundlose Beschäftigung“ sagt, nimmt dem Angriff die Wucht.

Es ist noch Luft nach oben

Beim Lamento über die vermeintlichen Ungerechtigkeiten von „Mini-Jobs“ presst Laschet mit mehreren Nachfragen Kraft die Aussage ab, dass sie an der gegenwärtigen Gesetzeslage gar nichts ändern will. Die Einlassung der Ministerpräsidentin, bei U3-Kinderbetreuungsplätzen sei trotz des letzten Platzes im bundesweiten Vergleich der Versorgungsquoten der Elternbedarf gedeckt, weil es ja die befürchtete Klagewelle nicht gebe, hinterfragt Laschet schneidig: „Warum sollte der Betreuungsbedarf in allen anderen Bundesländern, auch den strukturschwachen, höher sein als bei uns?“

Insgesamt bleibt bis zum Fernsehduell am 2. Mai jedoch reichlich Luft nach oben.

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