Guter Vorsatz

Blauer Dunst? Ohne mich! Ich hör’ auf zu rauchen!

Journalistin Alexa Kuszlik verzieht das Gesicht – der Aschenbecher stinkt. Sie hat sich für das neue Jahr vorgenommen mit dem Rauchen aufzuhören. Bisher ist sie mit dem Vorhaben immer nach spätestens sieben Monaten Abstinenz gescheitert.

Foto: MATTHIAS GRABEN

Journalistin Alexa Kuszlik verzieht das Gesicht – der Aschenbecher stinkt. Sie hat sich für das neue Jahr vorgenommen mit dem Rauchen aufzuhören. Bisher ist sie mit dem Vorhaben immer nach spätestens sieben Monaten Abstinenz gescheitert. Foto: MATTHIAS GRABEN

Essen.   NRZ-Volontärin Alexa Kuszlik will den Glimmstängeln abschwören und 2017 endlich Nichtraucherin sein. Dafür hat sie auch einen Plan.

Ekliger Geruch an den Händen, fahle Haut und chronischer Husten – Raucher kennen diese Begleiterscheinungen der Glimmstängel. Viele nehmen sich daher das Aufhören mit dem blauen Dunst für das neue Jahr vor, auch ich – mal wieder.

In den zwanzig Jahren meiner Nikotin-Abhängigkeit habe ich mehrfach versucht, dem Qualm abzuschwören. Mit Nikotin-Pflastern, Kaugummis und auch mit Hypnosesitzungen. Ich bin mehrfach gescheitert: Nach längstens sieben Monaten wurde ich immer rückfällig. Nach mehreren gescheiterten Versuchen gehe ich es diesmal geplant an, und zwar mit gleich mehreren Hilfsmitteln.

„Es muss einfach nur „klick“ machen!“

Ich bewundere die Disziplin der Ex-Raucher, die einfach den Entschluss des Aufhörens fassen und nie wieder eine Zigarette anfassen. Sie sagen: „Du musst es doch einfach nur wollen, Alexa!“ „Es muss halt ‘klick’ machen!“ Bei mir hat es schon mehrfach ‘geklickt’, aber einfach war es dadurch nie, mit dem Rauchen aufzuhören. Für die NRZ habe ich schon mal 14 Tage vor Silvester mit dem nächsten Versuch angefangen, um am 2. Januar schon über erste Erfahrungen berichten zu können.

Für meine Nerven habe ich mir für die ersten Tage einen Süßigkeiten-Freifahrtschein erteilt. Brownies, Schokolade, Plätzchen – alles ist erlaubt, um die heiklen Tage zu überstehen. Und ich habe tatsächlich ständig Appetit. Nach ein paar Tagen Schlemmerei zeigt die Waage bereits zwei Kilo mehr an, ich werde gelinde panisch.

Ich will die Süßigkeiten verschenken

Die restlichen Süßigkeiten will ich nun verschenken – hab aber schon alles aufgegessen. Ich steige um auf Obst und habe mir zuckerfreie Kaugummis besorgt, die mir dabei helfen, mir nicht ständig irgendetwas kalorienreiches in den Mund schieben zu wollen.

Im Internet habe ich gelesen, dass beim Laufen oder Joggen Serotonin, das körpereigene Glückshormon, ausgeschüttet wird. Gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Glückshormone für meine Nerven UND gleichzeitig gegen die überflüssigen Kilos kämpfen.

Nach etwa einer Stunde finde ich hinten im Schrank Sportklamotten und ziehe sie, bis in die Haarspitzen hoch motiviert, begeistert an. Es geht los! Raus an die frische Luft, die vorbeirauschende Natur genießen und den Körper an seine Grenzen bringen. Voll mein Ding! – Also zumindest die ersten 100 Meter, weiter komme ich nämlich nicht.

Die Lunge pfeift und ich bekomme kaum Luft

Die Lunge pfeift, das Herz klopft wie verrückt und ich schnappe erschrocken nach Luft. Bisher hatte ich gar nicht bemerkt, dass meine Straße eine Steigung hat. Mit dem Sport muss ich es offensichtlich langsamer angehen lassen. Man ist ja mit 35 auch nicht mehr die Jüngste.

Viele begeisterte Ex-Raucher erzählen mir vom Bestseller „Endlich Nichtraucher“ von Alan Carr. Das besorge ich mir gleich als Hörbuch, gebraucht online für drei Euro. Eine günstige Unterstützung. Nach zwei Tagen ist die Doppel-CD im Briefkasten und ich lege sie in den CD-Spieler. „Befreien Sie sich von der Sklaverei des blauen Dunstes! Sie brauchen keine Zigaretten, um sich zu entspannen“, bläut mit der Sprecher mit der sanften Stimme ein.

Allen Carr erzählt einem, was man bereits wusste

Und: Zigaretten seien kein Genuss! Hummer könne man genießen, aber davon würde man ja auch nicht zwanzig Stück am Tag essen! „Sie ruinieren Ihre Gesundheit und bezahlen dafür auch noch teuer!“ Recht hat er.

Meine stärkste Hilfe ist aber eine E-Zigarette, die ich mit einem Beerenmix-Aroma ohne Nikotin befüllt habe. Für mich sind gerade die Situationen kritisch, wenn ich mit Rauchern zusammen bin.

Die E-Zigarette ist meine stärkste Waffe

Wenn ich dann an meiner E-Zigarette ziehen kann, fällt es mir viel leichter, keine Zigarette rauchen zu wollen.

Ich möchte zwar nicht für immer an der E-Zigarette hängen, aber ich denke gerade jetzt in den ersten Wochen ist es eine gute Hilfe. Danach werde ich sie zu Festen mitnehmen, damit ich nicht rückfällig werde, wenn ich mal Alkohol getrunken habe und meine Disziplin den Tiefststand erreicht hat.

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