Katastrophenschutz

Warn-App Nina kommt in Südwestfalen Ende des Jahres

Blick auf ein Smartphone-Display mit der Notfall-Informations- und Nachrichten-App Nina. Damit sollen die Bürger in NRW künftig im Katastrophenfall gewarnt werden.

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Blick auf ein Smartphone-Display mit der Notfall-Informations- und Nachrichten-App Nina. Damit sollen die Bürger in NRW künftig im Katastrophenfall gewarnt werden. Foto: dpa

Hagen.   Das neue Warnsystem Nina benötigt noch einen langen Anlauf. Doch im Ernstfall alarmieren Kreise die Bevölkerung ohnehin auch über Sirenen und Lautsprecherdurchsagen.

In München war es die Katastrophen-App Katwarn, mit der die Bürger informiert wurden, als nach den Schüssen im Münchner Einkaufszentrum die Lage in der Stadt noch völlig ungewiss war. In NRW empfiehlt die Landesregierung der Bevölkerung, sich die Warn-App Nina auf die Handys herunterzuladen, also die Notfall-Informations- und Nachrichten-App vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Das Problem allerdings: Nina ist noch gar nicht richtig in den Landkreisen angekommen, die für die Warnung der Bevölkerung in Katastrophenfällen zuständig sind. In der Stadt Hagen wird Nina Ende August installiert. Im Kreis Olpe sind in der Leitstelle die technischen Voraussetzungen für die Installation geschaffen worden. „In ein paar Monaten wird es in Betrieb gehen“, versichert Frank Japes, Fachdienstleiter Rettungsdienste, Brand- und Bevölkerungsschutz. Ähnlich weit ist der Ennepe-Ruhr-Kreis. Kreisbrandmeister Rolf-Erich Rehm: „Ende des Jahres läuft es.“ Im Hochsauerlandkreis ist die Einführung terminiert: am 12. Dezember, mit der Inbetriebnahme des neuen Kreisfeuerwehrzentrums.

„In Soest sind „die technischen Voraussetzungen da, Nina ist aufgespielt“, so Wilhelm Müschenborn, Pressesprecher des Kreises und im Katastrophenfall mit zuständig für die Information der Bevölkerung. Allein, wann die Mitarbeiter für das neue System fortgebildet werden, ist noch ungewiss. Die baurechtlichen Genehmigungen, eine Satellitenanlage für Nina zu errichten, liegen im Märkischen Kreis mittlerweile vor. „Nina wird hoffentlich bis Ende des Jahres laufen“, sagt Kreissprecher Hendrik Klein.

Bis dahin wird in Südwestfalen gewarnt wie bisher: mit Sirenen. 200 000 Euro hat zum Beispiel der Kreis Soest vom Land bekommen, damit auch die Gemeinden wieder ein Sirenen-System aufbauen können, die die alten Heuler längst aufgegeben hatten. Und damit die anderen Kommunen testen können, ob ihre Anlagen flächendeckend in der Gemeinde zu hören sind.

Neben den Sirenen setzt man allerorten auf Lautsprecherdurchsagen der Streifenwagen, auf die Medien, also Tageszeitungen und deren Online-Auftritte, Flugblätter, Radiodurchsagen. „Wir können uns jederzeit in den Lokalfunk einschalten“, sagt Hendrik Klein.

Hinzu kommen die sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter. Seit 2013 arbeite der Kreis Soest daran, mehr Follower zu gewinnen, um über dieses Netz dann die Bürger im Katastrophenfall schnell zu informieren – im Schneeballsystem, erklärt Müschenborn. Diese Informationskanäle werde Nina nicht verdrängen, weil man nicht davon ausgehen könne, dass jeder die Warn-App nutze, so Müschenborn. Oder in den engen Tälern Südwestfalens nutzen kann. Im Übrigen, gibt Hendrik Klein zu bedenken, habe das Land eine Finanzierung von Nina nur für fünf Jahre zugesagt.

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