Rhein-Ruhr-Marathon

Kreth beim Duisburger Marathon wieder knapp geschlagen

Hier liegt Magnus Kreth beim Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg vorne. Trotzdem hatte er gegen Samson Kosgei (rechts) keine Chance. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool

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Hier liegt Magnus Kreth beim Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg vorne. Trotzdem hatte er gegen Samson Kosgei (rechts) keine Chance. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Samson Kosgei stand nach 42,195 Kilometern so entspannt da, als sei er gerade vom Einkaufen zurückgekommen. „Das war ein schöner Lauf“, sagte der Kenianer. „Ich bin seit einem Monat hier. Da passte der Lauf in Duisburg.“ Während sich der Afrikaner über seinen Erfolg freute, war Magnus Kreth gar nicht zum Lachen zumute.

Denn für Duisburgs schnellsten Marathonläufer war es ein ärgerliches Déjà-vu. Schon vor einem Jahr meldete kurz vor dem Lauf der Kenianer Richard Ngolepus. Lange hielt Kreth mit ihm mit, ehe der Athlet aus dem Laufwunderland die Biege machte und sich Platz eins sicherte. Das war diesmal nicht anders. Bis Kilometer 36 liefen beide nebeneinander. „Da neigte ich zu Krämpfen und musste etwas Dampf rausnehmen. Da zog Samson davon“, berichtet der Duisburger. In 2:32 Stunden gewann Kosgei. So etwas passiert. Allerdings rühmte sich der Rhein-Ruhr-Marathon dafür, keine Starläufer einzukaufen, sondern ein Wettbewerb für die „einfachen“ Läufer zu sein. Das haben die Initiatoren auch diesmal nicht gemacht. Dennoch reicht offenbar die bescheidene Siegprämie von 500 Euro, um Läufer aus dem armen Land anzulocken. Dabei bekommen die Kenianer bei weitem nicht das ganze Geld. Ein deutscher Vermittler bezahlt die Flüge der Afrikaner nach Deutschland, die dann hier eine Zeitlang trainieren, an Läufen teilnehmen, dafür dann aber auch Teile der erlaufenen Prämien abtreten müssen. „Vielleicht sollte man in Zukunft auf diese Prämien verzichten. Ich würde dennoch hier in Duisburg laufen“, so Kreth.

Überraschend zum Sieg

Ansonsten waren viele Läufer voll des Lobes für den Duisburger Marathon, wenngleich zu frühen Zeiten, als die Läufer der Halbdistanz auf der Strecke waren, auch beträchtliche Lücken zu sehen waren. Das war bei den „Voll-Marathonis“ offenbar schon wieder ganz anders. „Es gab immer wieder Hochburgen, in denen die Stimmung richtig super war“, sagte Dorothea Frey, die selbst überrascht war, die Frauenwertung in 2:56:38 Stunden gewonnen zu haben. „An sich war ich hier, weil ich an den Deutschen Finanzamtsmeisterschaften teilnehmen wollte. Dass es dann auch gleich zum Gesamtsieg reichte, hätte ich nicht gedacht“, sagte die Frau die für den EK Schwaikheim startet, aber aus Leonberg stammt. „Das kennt man doch von den Staumeldungen“, schmunzelte Frey. Für Frey war es ein Start-Ziel-Sieg. „Ich wäre gerne in einer Frauengruppe gelaufen.“

Nicht dabei war – wie angekündigt – Antje Möller, die 2001, 2005, 2006 und 2010 den Rhein-Ruhr-Marathon gewonnen hatte. Allerdings nur, was die volle Strecke angeht. Denn kurz nachdem Vanessa Rösler den Halbmarathon in 1:25:59 Stunde gewonnen hatte, kam auch Möller ins Ziel, wurde in 1:30:19 Vierte. „Stimmt. Eigentlich wollte ich gar nicht starten, weil ich den wirklich harten Helgoland-Marathon in den Knochen hatte.“ Dort hatte sie bei Windstärke 8 auch einen anstrengenden Vierfach-Kurs mit 40-prozentiger Steigung zum vierten Mal hintereinander gewonnen. „Aber dann hat mir das Herz geblutet, nicht in meiner Stadt laufen zu können. Da habe ich mir am Samstagabend doch noch wenigstens die Startnummer für den Halbmarathon geholt“, strahlte die Läuferin des ASV Duisburg. Bei den Männern gab es auf der Halbstrecke eine Titelverteidigung. Sascha Dee (SFD 75 Düsseldorf) gewann das Rennen in 1:11:55 Stunde.

Für einen neuen Streckenrekord sorgte ein Inlineskater. Pascal Ramali rauschte nach 1:09:14 Stunde über die Ziellinie. „Ich habe in einer starken Gruppe zu einem frühen Sprint angesetzt, weil ich wusste, dass man im Stadion kaum noch würde überholen können“, sagte der Sportler von Powerslide Walldorf/Wiesbaden. Den alten Rekord hatte Ramali selbst vor einem Jahr mit 1:09:52 aufgestellt. Dieser Wert wurde übrigens auch durch den zweitplatzierten Robert Post (1:09:19) überboten. Bei den Frauen setzte sich Hilde Goovaerts aus Belgien (1:24:47) durch.

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