Großer Einsatz

Helfer retten das Snowboard-Weltcupfinale in Winterberg

Diese

Foto: Rita Maurer

Diese Foto: Rita Maurer

Winterberg.   150 Helfer retten das Snowboard-Weltcupfinale trotz Wetter-Turbulenzen vor der Absage. Der Verband zählt deshalb in Zukunft auf Winterberg.

Beim dritten Snowboard-Weltcup-Finale in Folge hätte für die Organisatoren und die fast 150 ehrenamtlichen Helfer alles so schön routiniert ablaufen können. Eigentlich. Wenn sich nicht eine höhere Macht überlegt hätte, den Winterbergern nach zwei gelungenen Weltcups kurzfristig ganz neue Höchstleistungen abzufordern.

Bundestrainer lobt Snowboard-Weltcup

Bundestrainer Andreas Scheid lobt nach dem verregneten Snowboard-Weltcup in Winterberg die Organisatoren und Helfer und zieht dank des Sieges von Stefan Baumeister ein zufriedenes Fazit.

Bundestrainer lobt Snowboard-Weltcup

Anfang der Woche sah trotz der nassen Februar- und Märztagen noch alles gut aus. „Der Schnee auf der Piste ist perfekt“, urteilte Charles Turcotte vom Weltskiverband FIS. Der frühlingshafte Sonnenschein bis Mitte der Woche forderte Skiliftbetreiber Florian Leber und seinem Team jedoch alles ab: Die Bearbeitung der Piste mit ihren zwei Wellen musste so erfolgen, dass sie aufgrund der warmen Temperaturen nicht zu stark beansprucht wurde und rechtzeitig, wenn es kühler wurde, wieder zur Ruhe kam.

Wetter hat immense Auswirkungen auf die Organisation

Dann sorgte ein 2300 Kilometer entfernter Schneesturm in der Sierra Nevada für gewaltige Turbulenzen und wehte den seit Monaten ausgetüftelten Helferplan vom Tisch: Aufgrund von Sturmböen musste bei der Snowboard-WM in Spanien ein Rennen verschoben werden, was bedeutete, dass die Sportler statt am Donnerstag teilweise erst Samstagnacht in Winterberg eintrafen. Damit war auch die für Freitag geplante Qualifikation hinfällig und wurde auf den frühen Samstagmorgen verschoben.

Was sich hier so einfach liest, hatte immense Auswirkungen auf die Organisation: Catering, Logistik, dazu die vielen Helfer, die sich teilweise Urlaub genommen hatten und nicht nur aus dem Raum Winterberg, sondern auch aus Warstein, Medebach, Wingeshausen oder Hesborn kommen – alles musste umgeplant werden. Was das für die Organisatoren bedeutet, darüber werden unter Sauerländern nicht viele Worte gemacht. Wettkampfleiter Rolf Dickel bemerkte nur kurz: „Uns hat noch nie einer hängen lassen.“

Strapazierte Piste mit 113 Starter und 32 Finalisten

In der Nacht vor dem Finale dann ein Temperatur- und Wetterumschwung: Samstagnacht um 2 Uhr der Anruf vom Sicherheitsdienst – Schneefall! Damit war die Nacht für mehrere Lifthelfer und Skiläufer beendet. Bis in den Morgen rutschten sie mehr als zwanzig Mal im Schneepflug den Hang hinunter, um den nassen Neuschnee, der gegen 5 Uhr in Regen überging, von der Piste zu schieben. Der Wetterbericht meldete Windböen und Starkregen mit bis zu 25 Liter pro Quadratmeter, die den gesamten Samstag auch unablässig niederprasselten.

Stefan Baumeister gewinnt in Winterberg

Stefan Baumeister gewann in Winterberg zum ersten Mal einen Snowboard-Weltcup und war anschließend voll des Lobes über die Pistenverhältnisse. Jetzt freut er sich auf den Sommer und die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Pyeongchang 2018.

Stefan Baumeister gewinnt in Winterberg

Dazu stets die bange Frage: Würde die vom Wetter strapazierte Piste 113 Starter und 32 Finalisten innerhalb weniger Stunden und dazu noch den Team-Wettbewerb am Sonntag aushalten?

Großes Lob von Verbandspräsident Hanns Michael Hölz

Sie hielt es aus – dank der unzähligen Freiwilligen, die im strömenden Regen und auch abseits der Wettkampfstrecke alles gaben. Snowboard-Bundespräsident Hanns Michael Hölz weiß, warum der Verband schon seit drei Jahren auf Winterberg setzt: “Mit wieviel Herzblut hier gearbeitet wird, hat sich bei allen herumgesprochen. Die Region hier hat es verdient, das Weltcup-Finale auszutragen und durch die Fernsehbilder weltweit bekannt zu werden. Wir kommen deshalb wieder: „Ad multos annos“ – noch viele Jahre, wie die alten Lateiner sagen.“

Ehrung für Rolf Dickel aus Neuastenberg.

Die größte Überraschung war nicht das gute Abschneiden der deutschen Sportler beim Winterberger Weltcup, sondern die Ehrung des Snowboardverbands Deutschland für das Lebenswerk von Snowboard-Legende Rolf Dickel aus Neuastenberg.

Für diese Ehrung gibt es noch nicht einmal einen Namen, wie Präsident Hanns Michael Hölz sagt: „Rolf Dickel hat soviel für uns getan, deshalb hatten wir eine solche Ehrung noch nie.“ Rolf Dickel bedankte sich tief gerührt: „Die Zeit als Snowboard-Trainer war die schönste in meinem Leben, die Freundschaften aus diesen Jahren halten bis heute. Wenn ich nach dem Weltcup zuhause bin und diese Ehrung in Ruhe ansehen kann, rollen ganz sicher ein paar Tränen.“