Turnier in Spanien

Balver „Mammuts“ verteidigen EM-Titel im Segwaypolo

Foto: WP

Balve/Denia.   Sie sind Champions geblieben.

Und deshalb verwundert es nicht, dass sie auf einem Balkon den Welthit der Rockband Queen „We are the Champions“ anstimmen, schunkeln und den großen Pokal in den Nachthimmel stemmen. Die Balver „Mammuts“ haben im spanischen Denia den Europameister-Titel im Segwaypolo verteidigt.

2:0 heißt es am Sonntagabend nach dem Finale gegen die „Expendables“ – einem Team, gespickt mit Spielern aus der Schweiz und aus Barbados (Karibik). Peter Sudermann und Dirk Motejat treffen gegen jene Mannschaft, gegen die die „Mammuts“ in der Gruppe noch verloren haben – ihre einzige Niederlage im Turnier. Die „Cavemen“, eine zweite Balver Mannschaft bei der EM, belegen Platz sechs von zwölf teilnehmenden Teams.

Segwaypolo besitzt keine Tradition und steht nicht im öffentlichen Fokus. Aber es ist eine Sportart, und zwar eine „sehr anstrengende“, wie Martin Skiba aus Balve mitteilt. „Wir sind viermal acht Minuten permanent bei einer Geschwindigkeit von 18 Stundenkilometern unterwegs.“ In voller Fahrt muss das etwa 30 Kilogramm schwere Fahrzeug manövriert und mittels „Mallet“ der Ball im gegnerischen Tor untergebracht werden. „Das ist Fußball auf Rädern“, sagt Martin Skiba. „Da kommt man mächtig ins Schwitzen und spürt abends die Muskeln, als wäre man aus einem Steinbruch gekommen.“ Ihre Kondition holen sich die Segwayspieler aus Balve am Sportplatz „Krumpaul“, auf dem sie mehrmals wöchentlich trainieren.

Keine Verständigungsprobleme

So wie vor der Europameisterschaft in Denia, eine Fremdenverkehrsstadt an der Ostküste Spaniens. Probleme, sich hier zu verständigen, haben die Balver nicht. Oft wird in der Hafenstadt deutsch gesprochen, mit den anderen Spielern aus Schweden, Spanien, Österreich, England, Spanien und der Schweiz auch englisch. Untergebracht sind die Hönnestädter in einem Hotel – auf eigene Kosten versteht sich. „Wir strengen uns ja aus Privatvergnügen an“, sagt Martin Skiba und lacht. Er und Mark Dyckmanns sind mit ihren Autos nach einer Marathonfahrt in Denia angekommen – reichlich Materialien (Werkzeugkoffer, Helme, Bälle) für den Mannschaftssport im Gepäck. Die anderen Balver sind geflogen.

Sie genießen die feierliche Eröffnung am Donnerstag – „mit gutem Essen, schönen Videos der Teams und der Auslosung“, wie Martin Skiba berichtet. Am Freitag ist dann die dreitägige Europameisterschaft in Denia gestartet, an deren Ende die Balver „Mammuts“ den Titel verteidigen und anschließend in der spanischen Hafenstadt die Nacht zum Tag gemacht haben.

Schüler sorgen für Stimmung

Gespielt worden ist in einem kleinen Fußballstadion auf Kunstrasen, und nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wie Martin Skiba betont. „Die spanischen Ausrichter haben etliche Schulklassen eingeladen, die am ersten Tag für soviel ‘Ramba-Zamba’ gesorgt haben, dass wir manchmal die Pfiffe der Schiedsrichter nicht hören konnten.“ Das alles bei 20 bis 25 Grad Celsius, die meiste Zeit Sonnenschein und nur einzelnen Regen- und Gewittergüssen.

Bis zum Turnierende bleibt übrigens auch Claudia vom Lehn und freut sich mit den „Mammuts“ – alles andere als selbstverständlich. Denn Claudia vom Lehn zieht sich am Samstag während des Spiels einen Knochenbruch im Arm zu. Gefeiert wird schließlich mit Gips.

Sie sind Europameister: Die „Mammuts“ Kai vom Lehn (Kapitän), Dirk Fleischer (Torwart), Peter Sudermann, Dirk Motejat und Mark Dyckmanns.

Auf Platz sechs landeten die „Cavemen“ Martin Skiba (Kapitän), Silja Dyckmanns und Ralf Assmann (Torwart), Wolfgang Werth, Claudia vom Lehn und Christoph Koch.

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