Bildung

Studenten machen Hauptschüler in Bochum fit für den Beruf

Mechatroniker ist ein beliebter Ausbildungsberuf bei Hauptschülern. Welche beruflichen Möglichkeiten die jungen Menschen sonst noch haben, zeigen ihnen in Bochum nun Studenten.

Foto: Heinrich Jung / WAZ FotoPool

Mechatroniker ist ein beliebter Ausbildungsberuf bei Hauptschülern. Welche beruflichen Möglichkeiten die jungen Menschen sonst noch haben, zeigen ihnen in Bochum nun Studenten. Foto: Heinrich Jung / WAZ FotoPool

Bochum.  Ein neues Projekt soll nun Bochumer Hauptschüler fit für den Beruf machen. Im Rahmen des Vereins "Rock Your Life" treffen sich die Jugendlichen einmal pro Woche mit Studenten der Ruhr-Universität, um gemeinsam nach passenden Praktika und Ausbildungsplätzen zu suchen.

Menschen mit einer Idee und jeder Menge Enthusiasmus hält keiner auf. Das zumindest glaubt man Saskia Bommert (28) anzusehen. Sie ist Vorsitzende des noch sehr jungen Vereins Rock your Life am Standort Bochum. Seit Ende des vergangenen Jahres gibt es ihn. Es ist der immerhin schon 36. Rock-your-Life-Standort in Deutschland. Auch das macht sie optimistisch, dass ihre Arbeit und die ihrer Mitstreiter erfolgreich sein wird. Der Verein setzt sich für die Förderung von Hauptschülern ein.

„Es gibt ja schon einige Angebote, bei denen es um die berufliche Zukunft der Schüler geht“, sagt sie. Das aber sorgt zunächst dafür, dass die Arbeit des Vereins noch nicht so richtig ins Rollen gekommen ist. Beim Start des Vereins waren es zwar erst acht Coaches, die sich um Schüler kümmern wollten, nun sind es bereits 20. Denen aber fehlen weiterhin die Schüler. „Die Zahl der Schüler ist noch sehr überschaubar“, sagt Bommert.

Schüler und Studenten treffen sich ein Mal pro Woche

Sie setzt darauf, dass sich der etwas andere Ansatz ihres Vereins auch in Bochum durchsetzt. „Wie die anderen Projekte und begleitenden Maßnahmen wollen auch wir Perspektiven eröffnen“, sagt sie. „Wir fangen damit zwei Jahre vor dem Schulabschluss an. Wir machen das durch eine Eins-zu-eins-Betreuung.

Das heißt, wir bieten einen großen Bruder oder eine große Schwester an. Also für einen Schüler einen Studenten, für eine Schülerin eine Studentin. Im Klartext: Jeder Schüler, jede Schülerin bekommt einen eigenen Begleiter, eine Art Fußballtrainer an die Seite. Der kümmert sich nur um sie, trifft sich einmal in der Woche mit dem Schüler, der Schülerin, hilft bei der Auswahl von Praktika oder konkret der Suche nach einem Ausbildungsplatz.“

Berufswünsche der Hauptschüler sehr überschaubar

Im ersten Jahr soll der Kontakt, das Verhältnis zwischen Studentin und Schülerin aufgebaut werden. Im zweiten Jahr der Zusammenarbeit wird es konkreter. Bommert weiß, „dass gerade Hauptschüler bisweilen in ihren Berufswünschen sehr überschaubar sind. Es gibt da diese Klassiker wie Zahnarzthelferin und Mechatroniker.

Wie versuchen aber gezielter zu gucken, genauer auf die Wünsche und Potenziale einzugehen. Wir hatten zum Beispiel eine Schülerin, die war sehr zurückhaltend, wusste nicht so recht. Ihr aber war anzusehen, dass sie eine kreative Seite hat. Mit ihr zusammen haben wir eine Ausbildung gefunden, die ihr Spaß macht. Sie wird Floristin.“

Schüler zu finden und ihnen zu helfen ist der wichtigste Aspekt der Arbeit von Bommert und ihren Mitstreitern. „Dafür bauen gerade auch ein Netzwerk von Ausbildern auf. Darüber hinaus sammeln wir Kuratoren. RUB-Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler ist bereits einer, Susanne Hüttemeister, Leiterin des Zeiss-Planetariums und Professorin für Astronomie an der RUB ebenso. Wir öffnen Türen für Hauptschüler.“ Mit einer Idee und viel Enthusiasmus.

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