Amtsgericht

Mann verprügelt Freund der Schwester

Ein 22-Jähriger soll den Freund seiner Schwester verprügelt haben.

Foto: WR/Franz Luthe

Ein 22-Jähriger soll den Freund seiner Schwester verprügelt haben. Foto: WR/Franz Luthe

Dortmund.  Körperverletzung wirft die Staatsanwaltschaft einem 22-Jährigen vor, der laut Anklage den neuen Freund seiner kleinen Schwester verprügelte. Das Opfer erlitt einen Nasenbeinbruch nebst Gehirnerschütterung – und ist seit dem Vorfall auch nicht mehr mit der 17-Jährigen zusammen.

Täglich verschickte er SMS, hatte „Schmetterlinge im Bauch“, verzehrte sich vor Sehnsucht nach seiner neuen Freundin. Die Liebe zu einer bildhübschen 17-Jährigen hat der junge Mann (23) allerdings teuer bezahlt: Nase gebrochen, Gehirnerschütterung. Und das nur, weil dem großen Bruder der 17-Jährigen die Liaison nicht gefielt.

So jedenfalls sieht es die Staatsanwaltschaft, die dem 22-Jährigen Körperverletzung vorwirft. Unvermittelt soll er am 2. April 2012 bei einem Treffen auf dem Hafengelände auf den schmächtigen Liebhaber eingeschlagen haben. Alles nur ein großes Missverständnis, beteuerte der große Bruder. Man werde sich ja wohl noch einmischen dürfen, wenn einem die kleine Schwester mitteilt, sie habe einen neuen Freund – und sich nicht ganz sicher sei, ob „der Typ wirklich der Richtige ist“, wie der Angeklagte erzählte.

Treffen am Hafen

Der große Bruder kannte die Antwort. Man telefonierte kurz und traf sich in der Speicherstraße. Was dort passierte, darüber gehen die Aussagen von Opfer und Angeklagtem naturgemäß weit auseinender. „Ich begrüßte ihn und sagte: Was ist los, was soll das? Meine Schwester ist verwirrt.“ Daraufhin habe der neue Freund sich beleidigend über die ganze Familie geäußert. „Er boxte mir aufs Ohr, ich wehrte mich mit einem Kopfstoß.“ Soweit die Aussage des Bruders.

Das Opfer indes will ohne Vorwarnung sofort zusammengeschlagen worden sein. „Das waren 20 bis 30 Schläge, genau kann ich mich nicht erinnern.“ Zwischendurch sei er auf die Motorhaube seines Autos geworfen worden – Szenen wie aus einem amerikanischen Actionfilm. Glücklicherweise tauchte in diesem Moment eine junge Frau auf, die bei einer Firma auf dem Hafengelände als Sicherheitskraft arbeitete.

Das Paar ist nicht mehr zusammen

Mittlerweile ist das Paar nicht mehr zusammen, das Opfer hatte also gleich dreifaches Pech: Nase gebrochen, Freundin weg, den Job verloren. „Mein Mandant war damals noch in der Probezeit“, erklärte Rechtsanwalt Dieter Kaufmann. Und daher konnte ihm nach der Entlassung aus dem Krankenhaus gekündigt werden. Der Prozess geht am Donnerstag weiter. Dann soll auch ein Freund des Angeklagten vernommen werden, der damals angeblich nur untätig im Auto gesessen haben will.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben