Prozess

Eiskalte Ausrede zieht vor Gericht nicht

Fröndenberg/Unna. Die Zeugen aus Schwerte, Soest und Menden waren trotz Schnee, Eis und widriger Straßenverhältnisse pünktlich. Auch der Anwalt des 68-Jährigen war zur Sicherheit in Menden auf den Zug umgestiegen, so dass gestern im Amtsgericht Unna sämtliche Zeugen und die Vertreter der Justiz vergeblich auf den Senior aus Fröndenberg warteten.

Der entschuldigte sich kurzfristig mit dem Hinweis, sein Pkw sei eingeschneit – was wiederum die wartende Prozess-Beteiligten staunen ließ, schließlich hatte der Mann aus Fröndenberg doch längst keinen Führerschein mehr. Die Fahrerlaubnis hatte man ihm entzogen, weil er mit 1,7 Promille Alkohol rückwärts in die Schaufensterscheibe des Lidl-Marktes in Fröndenberg gefahren war. Gegen den darauf folgenden Strafbefehl hatte er nun Einspruch eingelegt, der aber verworfen wurde, weil er, wie gesagt, nicht zur Verhandlung erschien. „Die Witterungsbedingungen waren so frühzeitig bekannt, darauf hätte er sich einstellen können“, so Richterin Katja Frigelj, deren Überzeugung von der Anwesenheit der Zeugen bestätigt wurde, die ebenfalls im Ruhrtal zu Hause sind und eine Anfahrt über den Haarstrang hatten.

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