JVK

Handy-Schmuggel vor Gericht in nächster Runde

Altena/Fröndenberg.  Der Prozess gegen Thorsten S. aus Altena (39) wegen uneidlicher Falschaussage vor dem Amtsgericht Unna geht in die nächste Runde. Dabei geht es um Handy-Schmuggel ins Fröndenberger JVK.

Der Ex-Häftling habe im März 2010 versucht, mit seiner falschen Aussage jene Krankenschwester zu schützen, die einem Gefangenen für 500 Euro ein Handy in die Justitzklinik geschmuggelt hatte. So lautet der Vorwurf.

Eine entscheidende Rolle bei diesem Deal im Jahre 2009 soll Thorsten S. (Anmerkung der Red.: alle Namen sind geändert) gespielt haben, der seinerzeit in Fröndenberg als Häftling im Bücherei-Service des Krankenhauses mitarbeitete.

Als Zeuge stritt er vor dem Amtsgericht Unna jedwede Tatbeteiligung ab. Im Gegenteil: Er habe vor dem Kontakt mit der Krankenschwester abgeraten, weil sie so etwas gar nicht tun würde. „Die musst du gar nicht fragen, die hat einen gestandenen Job“, will er seinem Mithäftling gesagt haben.

„Sie kann dir
alles besorgen“

Völlig anders die Erinnerung des Handy suchenden Kollegen: „Sie kann dir alles besorgen und Briefe schmuggeln“, soll der Mann aus Altena gesagt haben. Und die Krankenschwester selbst? „Wenn du Probleme hast oder was brauchst, du kannst dich immer an sie wenden“, weiß die sich an das Gespräch zwischen den beiden Häftlingen zu erinnern. Ob sie alles, nichts oder konkret ein Handy besorgen konnte – die genaue Aussage war auch gestern nicht ohne Zweifel zu ermitteln. Zweifelsfrei hingegen ist: Das Handy wurde von dem Angeklagten in Altena vor der Übergabe in der Justizklinik von ihm präpariert und er hat 100 von den 500 Euro als „Provision“ bekommen.

Am nächsten Verhandlungstag in Unna soll nun der Sicherheitsdienst der Haftklinik in Fröndenberg gehört werden.

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