Kaninhop

Kleine Langohren als Leistungssportler

Der weiße Hoppler ist Jumpy, ein Hermelinkaninchen, Besitzer Willy Niederhausen. Jumpy ist offenbar mit Spaß bei der Sache.

Foto: WP

Der weiße Hoppler ist Jumpy, ein Hermelinkaninchen, Besitzer Willy Niederhausen. Jumpy ist offenbar mit Spaß bei der Sache. Foto: WP

Fröndenberg.  Jumpy hat’s drauf. Der schneeweiße Hermelin-Mümmler nimmt aus seinen himmelblauen Knopfäuglein kurz Maß, hoppelt lässig auf die Hürde zu und - hü-hüpf! - schon isser drüber. Und zurück! Und gleich nochmal: Hü-hüpf.

„Es macht ihm Spaß“, weiß sein Herrchen Willi Niederhausen und fügt stolz hinzu: „Wir haben geübt. Zu Hause. Drei Stangen schafft er schon.“ Zehn Hindernisstangen sind insgesamt zu bewältigen, damit Jumpy zum Hürden-Champion aufsteigt. Einen halben Meter hoch hüpfen? Doch, das schafft auch so ein Kaninchenzwerg. Hürdenbauer und Zuchtfreund Klaus Effmert ist sich jedenfalls sicher. „Das sind ja Lauf- und Springtiere.“

Hürden im Mini-Format

Munteres „Kaninhop“ am Samstag vor der Schützenhalle in Warmen. Der Kaninchenzuchtverein W 427 Fröndenberg-Warmen hat zwei spezielle Parcours aufgebaut, mit Anlaufflächen und putzigen bunt bemalten kleinen Hürden. Klaus Effmert, Kaninchenzüchter und Tischler im Vorruhestand, hat sie selbst gebaut.

„Wir möchten mit diesem neuen Angebot Kinder und Jugendliche für die Beschäftigung mit Kaninchen begeistern“, erklärt der Vorsitzende Willi Niederhausen die Beweggründe fürs aktionsreiche Schnupper-Kaninhop, das am Samstag auch erfreulich viele Schnuppernasen nach Warmen lockte: Aus Wickede, aus Wimbern, ja bis aus Voswinkel kamen die jungen Kaninchenliebhaber mit ihren Eltern angereist und setzten ihre flauschigen Mümmelmänner zum Probehop auf den Parcours.

Leonie aus Wimbern hat gerade Mühe und Not, wildmähnigen Löwenkopf-Rammler „Blitz“ an seiner langen Leine zu bändigen, denn der temperamentvolle Kaninchenmann springt aufgeregt hierhin und dorthin, will aber partout nicht über die Hürde springen. Die interessiert ihn nicht die Bohne.

Zwang bringt nichts

Ebenso schnuppert auch „Bounty“, ein braunweißer Scheck, desinteressiert an der Holzstange und genehmigt sich statt dessen genießerisch eine Mohrrübe, die ihm Frauchen Laura (9 Jahre) durch die Stäbe hält. „Man darf kein Kaninchen zwingen“, weiß Willi Niederhausen. „Hat es keine Lust, dann ist es so. Sie können ohnehin nicht jedes Tier dafür nehmen.“ Daher hat Niederhausen unter seinen eigenen 40 Zuchtkaninchen ein richtiges „Casting“ fürs Kaninhop veranstaltet. „Ich hab’ ein Tier nach dem anderen rausgenommen und vor die Hürden gesetzt, am Ende war es dann Jumpy.“

Der elegante dreijährige Hermelinherr bringt alles mit, was einen aussichtsreichen Kaninhop-Kandidaten ausmacht: Er hat ein Backsteingemüt - Jumpy ist cool, den bringt nichts so schnell aus der Ruhe. Er ist zutraulich, lässt sich bereitwillig das Laufgeschirr anlegen, ist neugierig und kann sich gleichzeitig aufs Nächstliegende konzentrieren, was in diesem Fall die Hürde ist. Sein pelziger Hop-Konkurrent Bounty konzentriert sich lieber auf seine Möhre.

Faule Stallhasen

So ist die sportliche Herausforderung „Hop und Drüber“ ist eben nicht für jedes Kaninchen das Wahre, weiß Willi Niederhausen. Einige Tiere sind scheu, andere sind einfach faul.“ Amüsierter Blick zu Bounty hinüber, der Möhrchen mümmelnd direkt vor der Hürde provozierend alle Viere von sich streckt: eindeutige Kaninchenkörpersprache. Ganz wichtig übrigens: „Man muss mit dem Tier harmonieren“, weiß Kaninchenliebhaber Niederhausen. „Das ist gar nicht viel anders als beim Dressurreiten.“

Viele junge Tierfreunde sind mit ihren Hopplern auf den Geschmack gekommen, und so freut sich Willi Niederhausen schon auf das nächste Mal: „In etwa drei, vier Wochen werden wir das nächste Mal unser Kaninhop anbieten.“ Bis dahin hat vielleicht auch Faulpelz Bounty mal Lust auf einen sportlichen Hü-Hüpfer. Und Jumpy schafft bis dahin alle Zehne.

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