Sachbeschädigung

Motorrad in Himmelmannpark: Streit endet vor Gericht

Foto: Imago

Fröndenberg/Unna.  Als er sah, wie der junge Mann mit dem Motorrad durch den Himmelmannpark fuhr, zückte er kurzerhand die Kamera und machte ein Foto. Schließlich hatte der 62-Jährige den Fotoapparat dabei, weil er mit seiner Enkelin spazieren ging.

Einig waren sich beide gestern vor dem Strafrichter, dass der junge Motorradfahrer weder auf seinem Fahrzeug hätte durch den Park fahren dürfen, noch dem gestandenen Fröndenberger die Kamera hatte aus der Hand schlagen dürfen. Doch in den Details variierten die Aussagen genau so wie die dreier Augenzeuginnen. Nachweisen konnte der Richter nur die Sachbeschädigung. Die Kamera ist genauso Schrott wie das Handy des 62-Jährigen. Deshalb wurde er zu einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 30 Euro verurteilt, darüber hinaus muss er 233,95 Euro als Schadensersatz zahlen. So viel hatten Kamera und Handy einst gekostet.

Dass Motorräder im Park selbstverständlich tabu sind, weiß der 30-jährige Angeklagte genau. Reingefahren ist er trotzdem. Als der 62-Jährige ihn daraufhin fotografierte, um einen Beweis für das verbotene Tun zu haben, kam es zum handfesten Streit. „Ich wollte, dass er die Bilder löscht“, sagte der Angeklagte, der vorher noch nie strafrechtlich in Erscheinung getreten war. Ob er den älteren Mann auch mit seinem Motorradhelm gestoßen hatte, konnte das Gericht nicht zweifelsfrei klären.

Der Richter gab beiden Beteiligten etwas mit auf den Weg: „Es ist klar, dass Sie nicht hätten mit Ihrem Motorrad durch den Park fahren dürfen. Aber Sie“, wandte er sich an den Geschädigten, „sind auch nicht für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zuständig.

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