Patenschaftskreis

Nicht diskutieren, sondern helfen

Wollen Flüchtlinge in ihrem Alltag unterstützen: Birgit Knappe (links) und Karin Eckei vom Patenschaftskreis Fröndenberg hoffen auf viele weitere Mitstreiter, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren wollen.

Foto: WP

Wollen Flüchtlinge in ihrem Alltag unterstützen: Birgit Knappe (links) und Karin Eckei vom Patenschaftskreis Fröndenberg hoffen auf viele weitere Mitstreiter, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren wollen. Foto: WP

Fröndenberg.  Möbel, Kleidung oder eine Geldspende für Menschen, die sich in einer Notlage befinden? Für viele kein Problem. Aber Zeit spenden? Da nimmt die Spendenbereitschaft schon deutlich ab. Doch gerade Zeit ist es, auf die die Initiatoren des neuen Patenschaftskreises Fröndenberg setzen. Sie wollen in ihrer freien Zeit Flüchtlinge in Fröndenberg unterstützen und hoffen auf viele Mitstreiter. Das erste Treffen für alle Interessierten findet am Dienstag, 17. Februar, ab 19 Uhr im Gemeindehaus Stift statt.

Im vergangenen Frühling entstand die Idee, Flüchtlingen in ihrem Alltag zu helfen. Wie findet die Mutter, die kein oder kaum Deutsch spricht, eine Krabbelgruppe für ihr Baby? Wie soll der Ehemann dem Arzt erklären, was genau er hat? Und wer begleitet die Familie bei Behördengängen? Es sind die vielen Dinge des Alltags, bei denen die Mitglieder des Patenschaftskreises Fröndenberg Flüchtlingen helfen wollen. „Das kann auch manchmal einfach nur ein Besuch bei einer Familie auf eine Tasse Kaffee sein“, erklärt Karin Eckei, die zusammen mit Birgit Knappe und zwei weiteren Frauen den Patenschaftskreis initiiert hat.

Zu Fünft auf 18 Quadratmetern

Dass sie Flüchtlinge aus den verschiedensten Ländern unterstützen wollen, ist für Karin Eckei und Birgit Knappe klar. „Da muss man sich doch nur vorstellen, man selbst wäre in solch einer Situation und müsste als Familie mit kleinen Kindern sein Land verlassen und in ein anderes Land ziehen, in dem man sich nicht auskennt und dessen Sprache man nicht spricht“, sagt Birgit Knappe. Sie betreut eine fünfköpfige Familie aus dem Kosovo, die seit einem Vierteljahr auf 18 Quadratmetern in einem Container in Westig lebt.

Und Karin Eckei fügt hinzu: „Wenn man einmal in den Flüchtlingsunterkünften war, wenn man das einmal gesehen hat, dann kann man nicht mehr wegschauen.“ Sie sei „sehr geschockt“ gewesen, „dass so viele Menschen auf so engem Raum leben“. Natürlich hätten die Flüchtlinge „ein Dach überm Kopf, es ist warm, und sie haben genug zu essen“, sagt Karin Eckei. „Aber wichtiger ist ja, ob es menschenwürdig zugeht.“

Die vier Initiatorinnen betreuen derzeit fünf Familien. Es gebe rund 110 Flüchtlinge in Fröndenberg. Die Nachfrage ist groß, haben die Frauen festgestellt. Deshalb werden weitere Ehrenamtliche gesucht, die „praktisch mithelfen wollen – und die nicht darüber diskutieren wollen, ob Hilfe notwendig ist“, erklärt Karin Eckei. Im Laufe der Zeit soll ein Netzwerk entstehen, in dem die Mitglieder verschiedene Schwerpunkte haben: „Der eine gibt Deutschunterricht, der andere hilft lieber bei Behördengängen.“

Den Initiatorinnen des Patenschaftskreises geht es darum, zu zeigen, „dass Fröndenberg gastfreundlich ist“. Nicht nur gegenüber Touristen, sondern auch gegenüber Flüchtlingen.

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