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Ohne Touristen durch den Winter

Im Hotel Ruhrbrücke steht Inhaberin Eicken Schneidersmann an der Theke im Restaurant.

Foto: WP

Im Hotel Ruhrbrücke steht Inhaberin Eicken Schneidersmann an der Theke im Restaurant. Foto: WP

Fröndenberg.  Die feiernde Gruppe ist gerade weg. „42 Leute“, sagt Eicken Schneidersmann. Die Betreiberin von Haus Ruhrbrücke räumt noch die letzten Hinterlassenschaften weg und plant schon den nächsten Schnitzelabend. Im Winter müssen sich die Hotelbetreiber mehr einfallen lassen. Schneidersmann will sich nicht beklagen. Die Mischung macht’s.

„Der Tourismus wird in Fröndenberg überbewertet“, sagt Schneidersmann. Von den Radtouristen am Ruhrtalradweg alleine könne kein Fröndenberger Hotelier leben. Die Zweiradfahrer seien nur in der Zeit von Anfang April bis Ende September auf der Trasse entlang des Flusses unterwegs. Sei das Wetter dann noch schlecht, gebe es selbst im Sommer viele Absagen.

In dem 125 Jahre alten und 29 Zimmer großen Hotel direkt an der Ruhrbrücke mieten sich viele Monteure ein. „Das ist ein sehr zuverlässiges Publikum“, sagt Schneidersmann. Sie schätzt den Anteil der Gäste, die für ein paar Tage in Fröndenberger Firmen arbeiten, auf 70 Prozent. Manchmal kommen auch Auswärtige, die Verwandte im Altenheim besuchen wollen. Ohnehin lebt das Hotel von der Gastronomie, seiner Deutschen Küche – „alles auch für Allergiker“.

Shuttle-Service für Touristen

Auch im Golfhotel Gut Neuenhof will sich Betreiber Kurt Schulze-Neuhof nicht über einen Mangel an Arbeit beklagen. Im Januar stehen „zwei Tagungen plus Veranstaltungen“ an. „Ab nächste Woche kommen auch wieder die Stammkunden“, sagt Schulze-Neuhof. Im Dezember sei sein Haus mit Weihnachtsfeiern bestens ausgelastet gewesen. „Wir haben uns in zweieinhalb Jahren – glaube ich – ganz gut etabliert.“

Den Ruhrtal-Radweg sieht auch Schulze-Neuhof nicht als Heilsbringer für die Fröndenberger Hotellerie, zumal das Hotel ein ganzes Stück und einige Höhenmeter entfernt liegt. Den entsprechenden Service habe er im Programm. „Wir bieten aber auch einen Shuttle für die Rad-Touristen an.“ Trotzdem: Im Sommer belegen die Golfspieler den Großteil der Betten.

Das Hotel am Park, in der Nähe des Rathauses gelegen, versucht im Winter, den Bistro-Bereich verstärkt zu präsentieren. Inhaberin Edina Dzidic setzt auf die Mischung aus Monteuren und Familienbesuchern. „Über die Silvestertage war viel los“, sagt sie. Für eigenen Urlaub sei in dem Betrieb nicht viel Zeit. „Nur immer mal wieder ein paar Tage.“

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