Kultur

Gestandene Männer und junge Talente

Alfons Kruse vom Männergesangsverein Heiderose wirbt für das Frühlingskonzert Ende März und bricht eine Lanze für das Singen im Verein. 

Foto: Yvonne Hinz

Alfons Kruse vom Männergesangsverein Heiderose wirbt für das Frühlingskonzert Ende März und bricht eine Lanze für das Singen im Verein.  Foto: Yvonne Hinz

Hagen.   Der Männergesangsverein Heiderose lädt zum Frühjahrskonzert mit zwei jungen Nachwuchskünstlern ein.

Die Vorbereitungen zum Frühjahrskonzert Ende März laufen auf Hochtouren. „Wir proben schon ordenlich, allerdings singen wir nur einmal im Vorfeld – auf der Generalprobe – mit den jungen Künstlern zusammen. Aber das klappt schon“, ist sich Alfons Kruse sicher.

Der Geschäftsführer des Männergesangsvereins (MGV) Heiderose Boelerheide 1896 schwärmt von der Kirche am Widey, in der das Konzert stattfindet: „Ein super-konzertanter Raum mit toller Akkustik, zentral gelegen, mit Flügel und Orgel vor Ort und mit modernem Ambiente.“

Kirche am Widey hat Flair

Das helle, moderne Flair weiß der MGV besonders zu schätzen, da man sich durch die Unterstützung junger Künstler auch selbst modern und zeitgemäß präsentieren will.

„Einmal im Jahr bieten wir jungen Solisten bei unserer Veranstaltung eine Bühne. Die jungen Talente werden einerseits ihr Können unter Beweis stellen und andererseits bereichern sie unseren musikalischen Frühlingsabend.“

Außerdem möchte der Verein, der vor mehr als 120 Jahren gegründet wurde, auch jüngere Leute auf sich aufmerksam machen. „Derzeit haben wir noch 86 Mitglieder, wir waren aber mal 100“ rechnet Kruse nach.

Chorprojekte sind angesagt

Zwei der Heiderose-Sänger sind knapp unter 50, der Älteste ist 86 Jahre alt. „Es wäre schön, wenn weitere Sänger beitreten würden“, sagt der Geschäftsführer, der das Pro­blem, das beinahe alle Vereine plagt, kennt: „Heute sind Projekte – zum Beispiel auf wenige Tage angelegte Chorprojekte – angesagt. Kaum jemand möchte sich noch fest in einem Verein binden.“

Dabei wird die „Vereinsmeierei“ bei den Heiderosen heute wesentlich kleiner geschrieben als noch vor Jahrzenhnten. „Früher wurde innerhalb des Chores viel mehr gemeinsam unternommen, man traf sich oft auch privat.“

Singen kann jeder

Heute wird einmal pro Woche donnerstags von 19 bis 20.30 Uhr in der Paul-Gerhard-Kirchengemeinde geprobt, und im Mai steht jeweils eine gesellige Fahrt (ohne Konzert, aber mit Anhang) auf dem Programm.

„Das Singen steht bei uns im Vordergrund“, sagt der 68-Jährige, der seit 32 Jahren Mitglied bei den Heiderosen ist, und unterstreicht: „Singen kann jeder – egal, welchen Alters. Es wird im Laufe der Jahre nur schwieriger, den Ton zu halten. Und die Stimmen werden leiser.“

Reifere Sänger werden einfach in eine tiefere Stimmklasse versetzt, und für jene, die Noten und Textzeilen nicht mehr gut lesen können, werden die Unterlagen vergrößert ausgedruckt. „Niemand muss aufgrund des Alters austreten“, versichert Kruse. Sänger, die in den letzten Jahren dem Männergesangsverein beigetreten sind, wurden schnell im Sängerkreis integriert, „sie wurden bei uns gut eingebunden und fühlen sich wohl“, ist sich Tenor Alfons Kruse sicher.

Dirigent mit gutem Griff

Auch in der Liedauswahl präsentiert sich der Verein zeitgemäß: Die erste Konzerthälfte wird jeweils klassisch gestaltet, die zweite Hälfte fällt moderner und zeitgenössischer aus.

„Unser Dirigent hat einen guten Griff“, lobt Kruse und spielt auf den Musikdirektor Stefan Lex an. Um auch Sänger „U-70“ und jüngeres Publikum anzusprechen, werden dann Lieder wie „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens oder „Über sieben Brücken musst du gehn“ von Peter Maffay gesungen. Und irische Weisen wie „Die Rose“.

Alfons Kruse appelliert an jene, die Lust am Singen haben, einfach mal vorbeizuschauen bei einer Gesangsprobe in der Overbergstraße.

Nähere Informationen gibt’s bei Alfons Kruse unter Telefon 02331/ 6 51 56, E-Mail-Kontakt: krusealfons@t-online.de

>> HINTERGRUND

Beim Konzert am 31. März wirken Sigrid Althoff, Klavier, der MGV Heiderose und zwei Nachwuchskünstler mit.

Laura Lex, geboren 1996, erhielt Gesangsunterricht von Prof. Reinhard Leisenheimer, sie spielt Klavier und tanzt. Nach dem Abitur war sie Mitglied des Extrachors am Hagener Theater. Seit kurzem studiert Laura an der Musikhochschule Frankfurt.

Fabian Angelo Tavernise, geb. 2004, sang schon mit elf Jahren am Staatstheater Kassel als Solist in der Zauberflöte. Er ist Preisträger von „Jugend musiziert“, jüngst erhielt er in der Kategorie Klavier-Solo einen 1. Preis.

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