Street-Art

Hagen als gigantische Freiluft-Galerie

Das Urban-Heroes-Festival setzt auf Graffiti-Hingucker.

Foto: WP

Das Urban-Heroes-Festival setzt auf Graffiti-Hingucker. Foto: WP

Wehringhausen. Seit dem frühen Morgen schon steht Künstler Lars Breuer auf dem schmalen Bürgersteig unter der Eisenbahnbrücke, den Farbpinsel in der Hand. Um ihn herum tobt der Verkehrslärm. „Das ist kein wirklich schöner Arbeitsplatz“, findet Breuer.

Am Ende jedoch blickt der gebürtige Aachener stolz auf sein Kunstwerk. „Was ihr seid, das waren wir. Was wir sind, das werdet ihr“, dieser Spruch eines arabischen Philosophen ziert nun in dicken Lettern die Wände der Eisenbahnbrücke in der Wehringhauser Straße. Lars Breuers Werk ist Teil des Projektes „Urban Heroes Festival“, an dem Künstler aus ganz Deutschland beteiligt sind.

Vor allem Graffiti-Bilder sollen hierbei im Vordergrund stehen. Initiator Ihsan Alisan verfolgt mit dieser Aktion große Ziele: „Wir möchten aus Hagen eine gigantische Freiluft-Galerie machen“, so der Kulturmanager. „Öffentliche Flächen wie Brücken oder Unterführungen stehen besonders im Mittelpunkt.“

Schalchthof ideale Location

Zerbrochene Glasflaschen, ein verrostetes Eingangstor. Der ehemalige Schlachthof in Wehringhausen wirkt auf den ersten Blick nicht sehr einladend. „Für unser Festival ist diese Location jedoch ideal“, urteilt Ihsan Alisan.

In den letzten Wochen und Monaten haben zahlreiche Künstler dem einstigen Schlachthof neues Leben eingehaucht. Graffiti bedecken nun die bisher leeren Wände. Kurator Alisan kennt jeden der Sprayer persönlich. „Dies hier zum Beispiel ist ein Werk von Daniel Mann“, erzählt er. „Der ist so etwas wie eine Legende unter Graffiti-Künstlern.“

Abstrakte Formen bilden das Zentrum von Manns Bild. „Das ist eine Allegorie auf die menschlichen Sinne“, erklärt Alisan. Doch nicht nur namhafte Künstler haben die Wände des Schlachthofs neu gestaltet. Man möchte vor allem auch lokale Sprayer mit in das Projekt einbinden. Viele von ihnen haben früher illegal gesprüht.

Ein Problem, das auch Mit-Organisatorin Arzu Akbaba kennt. „Öffentliche Flächen sind meist wild von Sprayern verunstaltet. Die Entfernung ist in der Regel teuer und zeitaufwändig“, weiß Akbaba. „Wir stellen diesen Menschen mit unserem Projekt Flächen zur Verfügung, auf denen sie frei wirken können. Dabei entstehen oft großartige Kunstwerke.“

Ihsan Alisan und Arzu Akbaba wollen auch in Zukunft Flächen durch ihr Projekt künstlerisch gestalten lassen. Und wer weiß – vielleicht wird Hagen dann irgendwann mal bekannt sein als Stadt der „Urban Heroes“.

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