HAimat-Design

Junge Hagener Designer haben ein Händchen für liebenswerte Produkte aus ihrer Stadt

Kreativ und lokalverliebt sind (v.l.) Jessica Nitsche, Martina Döbler, Christian Köhler (alle „TSEW“) und Designerin Slavica Stoltenhoff.

Foto: WP Michael Kleinrensing

Kreativ und lokalverliebt sind (v.l.) Jessica Nitsche, Martina Döbler, Christian Köhler (alle „TSEW“) und Designerin Slavica Stoltenhoff. Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen.   Man könnte es ganz pathetisch ausdrücken. Ungefähr so: Das Blut der Vorstadt strömt durch ihre Adern. Pathos ist aber nicht das Ding der vier kreativen Köpfe. Patriotismus schon eher. Deshalb, Pathos raus und viel mehr Lokalkolorit rein: Diese jungen Menschen lieben Hagen, das manchmal dreckig und korrupt, aber gleichzeitig auch voller Charme sein kann. Das Team vom Designbüro ,Tiefschwarz und Edelweiß‘ schreibt „HAimat“ so.

Das Quartier, in dem die junge Agentur vor zweieinhalb Jahren ihr Büro eröffnet hat, ist nicht ohne Bedacht gewählt: Frankfurter Straße 65. Nicht gerade eine Meile, die man einem Bus voller Touristen als erstes zeigen würde. „Darum ging es aber“, sagt Martina Döbler von Tiefschwarz und Edelweiß (tsew). „Genau so ist Hagen an vielen Stellen.“

Wer Hagen liebt, tut das mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht, weil seine Häuser und Straßenzüge prunk- und stilvoll und seine Freizeitmöglichkeiten unendlich sind. „Hagen zu lieben, ist ein Gefühl“, fährt Martina Döbler fort. „Diese Stadt ist manchmal dreckig und hier laufen viele Dinge schief. Aber man kann Hagen auch lieben.“

Sie tun es. Sie, das sind Christian Köhler (34), Martina Döbler (30) und Jessica Nitsche (33). Junge Hagener, die nach erfolgreichem Abschluss ihres Designstudiums nicht ins schillernde Köln, ins brummende Dortmund oder ins weltstädtische Berlin gegangen sind. „Wir haben uns bewusst für unsere Heimat entschieden“, sagt Christian Köhler.

Zwischen vielen kleinen Accessoires stechen Verkaufsrenner hervor 

Jener bewusste Entschluss spiegelt sich nicht nur im jährlichen „Vorstadtblut“-Kalender wider, den die kleine Agentur herausgibt, sondern mittlerweile auch im „HAimat-Design“, das Slavica Stoltenhoff - eine Freundin der Tiefschwarzen und Edelweißen - gemeinsam mit der Agentur aufgelegt hat. Zwischen vielen kleinen Accessoires stechen einige Produkte dabei besonders hervor.

Erstens: das Hagen-Brettchen. Zugleich Verkaufsrenner. „I love HA“ ziert die Schmiervorlage. Zweitens: der gute Jute. Ein Stoffbeutel, auf dem die Stadtteile Hagens sozusagen als ein Wort zusammenlaufen. Drittens: freche Shirts. „I love my HAimat“, „Pret-HÀ-porter“ oder „Funpack Hagen“. Was soll’s sein? Ein kleines Schnäpschen „Vorstadtblut“ wäre auch im Angebot. Echter Hagener Zwetschengenbrand. Mit 20 Umdrehungen.

Sublokalität lässt die Herzen vieler Hagener höher schlagen 

„Wir haben beim HAimat-Design eine wichtige Feststellung gemacht“, sagt Martina Döbler, „noch mehr als die ganze Stadt lieben die Menschen ihre Stadtteile.“ Boelerheide, Fley, Delstern, Hochschulviertel - ganz egal. Sublokalität lässt die Herzen vieler Hagener höher schlagen.

„Das Viertel um die Ecke, das ist es, was für viele Hagener interessant ist. Wir erleben, dass die Menschen in Hagen sehr stolz darauf sind und sich total stark mit ihrem Revier identifizieren“, sagt Döbler. Das spüren die Designer beim Verkauf. So wie zuletzt beim mehr als gut besuchten „Liebes Bisschen“, dem Marr Hagen. Infos zum HAimat-design und zur Agentur gibt es im Internet: www.tiefschwarzundedelweiss.de

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