Jubiläumsbrand

Mit dem Jubiläumsbrand auf die internationale Bühne

Peter (li.) und Christoph Eversbusch präsentieren Anfang April in Berlin ihr Jubiläumsprodukt „1817".

Foto: Michael Kleinrensing

Peter (li.) und Christoph Eversbusch präsentieren Anfang April in Berlin ihr Jubiläumsprodukt „1817". Foto: Michael Kleinrensing

Haspe.   Der 56-prozentige Doppelwachholder „1817“ spiegelt eine große Tradition wider. Jetzt stellen sich die Eversbusch-Brüder in Berlin der Konkurrenz.

Bereits beim ersten Schritt in die Brennereiräume vergisst der Besucher die Zeit. Die blank polierten Gerätschaften, die heute noch so glänzen, als habe der Betrieb erst in der vergangenen Woche die Produktion aufgenommen, schaffen eine durchaus ehrfurchterregende Atmosphäre, die vor Tradition nur so strotzt.

Ein Stück Lebensmittelgeschichte wird in der legendären Eversbusch-Brennerei an der Berliner Straße in Haspe mit allen Sinnen erlebbar. Museale Faszination paart sich mit der Herstellungswirklichkeit des 21. Jahrhunderts.

An der Spitze behauptet

Vor exakt 200 Jahren legte Peter Christoph Eversbusch, Ur-Ur-Urgroßvater des heutigen Besitzer-Brüderpaars, durch eine Heirat am heutigen Firmensitz den Grundstein für eine Unternehmensdynastie, die sich mit ihrem Produkt bis heute an der Spitze des Marktes behauptet.

Anlässlich dieses Jubiläums haben die Brüder Peter und Christoph den 56-prozentigen Eversbusch Doppelwachholder (in Haspe weiterhin mit Doppel-h) „1817“ auf dem Markt gebracht: „Wie unser klassischer Doppelwachholder mit 46 Prozent eignet sich auch dieser Jubiläumsbrand hervorragend als Basis für klassische Wachholder-Longdrinks und -Cocktails – oder natürlich für den puren Aroma-Genuss.“

Auftritt beim Craft Spirits Festival

Anfang April möchten die beiden Spezialitäten-Brenner ihre neueste Komposition nach 100-jähriger Pause und dem Revival-Erfolg im Vorjahr wieder beim Craft Spirits Festival in Berlin präsentieren. Bei diesem messeähnlichen Branchentreffen kommen Produzenten, Gastronomen, Fachhändler, Hotelerie-Manager und passionierte Barkeeper zusammen, um handgemachte, nachhaltig produzierte und regional verwurzelte Spirituosen mit natürlichen Zutaten einer Fachjury zu präsentieren.

Im vergangenen Jahr sicherten sich die beiden Hasper bei diesem renommierten Spirituosenwettbewerb der „Destille Berlin“ Goldmedaillen sowohl für den klassischen Doppelwachholder als auch für den Korn-Anisette, dessen Rezeptur ebenfalls seit 1817 unangetastet geblieben ist.

„Für uns ist es durchaus interessant, einmal zu beobachten, was andere Brennereien so anbieten“, nutzen Peter und Christoph Eversbusch den Berlin-Trip, um sich mit anderen Anbietern aus ganz Europa im Gespräch auszutauschen und zu fachsimpeln. „Dort treffen wir auf eine ganz andere Kundschaft als jene Besucher, die bei uns in Haspe vorbeischauen“, freuen sie sich, dass inzwischen nicht bloß in der Hauptstadt wieder viele junge Leute sich für ihr traditionelles, puristisches Produkt interessieren.

„Wozu braucht man einen Gin, der sich bei der Verbindung mit Tonic violett verfärbt? Und welchen Sinn macht es, Gin in Bourbon-Fässern zu lagern, nur damit er nach Bourbon schmeckt?“ fragen die Hasper eher rhetorisch und ziehen damit eine klare Trennlinie zwischen eher zufälligen, saisonalen Szenetrends und ihrem Wacholderprodukt.

Wacholderbeeren aus der Toskana

Der „1817“, dessen geschmackliche Basis – neben diversen geheimen Zutaten – ebenfalls die Wacholderbeeren aus der Toskana bilden, setzt hier ganz gezielt auf handwerkliche Erdung abseits der Schickimicki-Kulturen. Eine Justierung am Markt, die vor allem in gehobenen Bars höchste Akzeptanz findet. So ist es auch kein Zufall, dass der Jubiläumswachholder aus Haspe in Kürze sogar in kleinsten Fläschchen angeboten wird, die Barkeeper gerne in Kombination mit einem eiswürfelgefüllten Glas für genussvolle Momente servieren.

„Als Hommage an die Frühzeit der Abfüllung in Krüge wird der ,1817’ per Hand in salzglasierte Manufaktur-Tonkrüge abgefüllt, die aus einem Keramikbetrieb aus dem Westerwald stammen“, erzählen die Eversbusch-Brüder und verweisen Stolz auf den historischen Firmenstempel der in den Flaschenkörper eingepresst wurde.

Eng verknüpft mit alter Tradition ist auch das Flaschen-Etikett, das in enger Anlehnung an die ersten von der Brennerei Eversbusch verwendeten Produkthinweise gestaltet wurde. Die optische Vorlage für die Jubiläumsflaschen lieferte letztlich ein historisches Bild, das Walter Eversbusch vor etwa 100 Jahren malte.

Lieferant in der vierten Generation

In Berlin überzeugen wollen die Eversbusch-Brüder letztlich mit der Qualität ihres Produktes, dessen Rezeptur seit 200 Jahren unangetastet bleibt. Mit der Qualität der italienischen Wacholderbeeren, deren Lieferant bereits in der vierten Generation mit den Haspern eng kooperiert, ist bestes Aroma garantiert. „Da zahlt es sich aus, dass der Kilopreis dieses Rohstoffs mehrere Euros über dem Einkaufspreis für Massenware liegt“, betonen Peter und Christoph Eversbusch, dass sie der größte Kunde des Zulieferers auf dem europäischen Festland seien.

Im Mix mit bestem Hasper Wasser aus der Talsperre und dem zugekauften Alkohol aus Roggenfeindestillat verwandelt sich der Wachholderbrand in der „1817“-Version zu einem echten Geschmackserlebnis, das nicht bloß unter Kennern entlang der Ennepe seine Fangemeinde finden wird. Das Craft Spirits Festival in Berlin soll dabei zur aussichtsreichen Plattform werden, von der aus die Eversbusch-Brüder, die zuletzt eine Jahresproduktion von 50 000 bis 70 000 Flaschen vermarkten konnten, im Jubiläumsjahr durchstarten möchten.

>>HINTERGRUND: HANDGEMACHTE KLASSE

  • Unter Craft Spirits versteht man grundsätzlich handwerklich produzierte Spirituosen, die häufig auch mit einer langen Tradition verbunden sind.
  • „Craft“ steht kurz für „handcrafted“ – also das Gegenstück zu industrieller Fließbandware. Dahinter steckt eine ganze Bewegung: Junge Brenner entdecken altes Handwerkswissen wieder und positionieren damit ganz gezielt ihre Gegenstücke zur eher seelenlosen Massenproduktion.
  • Das Ergebnis sind so genannte Craft Spirits: handgemacht in Kleinproduktion, regional verankert, mit Rücksicht auf die Umwelt produziert und ausschließlich aus natürlichen Zutaten. Eine Marktnische, in der sich die Firma Eversbusch bestens positioniert sieht.

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