Kultur

Opern-Komödie "Don Pasquale" feiert Premiere am Theater Hagen

Rainer Zaun als Don Pasquale und Raymond Ayers als Dr. Malatesta singen

Foto: WP

Rainer Zaun als Don Pasquale und Raymond Ayers als Dr. Malatesta singen Foto: WP

Hagen.   Eine Komödie aber kein derber Bauernschwank: Die Burleske „Don Pasquale“ wird in den Wintermonaten am Hagener Theater aufgeführt . „Es handelt sich um eine klassische Verwechslungskomödie“, beschreibt Regisseurin Annette Wolf das furiose Stück. Am Samstag, 16. November, ist die Premiere.

Der italienische Komponist Gaetano Donizetti (1797 bis 1848) hat 71 Opern geschrieben, von denen die meisten längst vergessen sind. Einige jedoch tauchen bis heute regelmäßig auf den Spielplänen der Opernhäuser auf. Zu ihnen gehört, neben den noch berühmteren Werken „Lucia di Lammermoor“ und „L’elisir d’amore“, auch die Burleske „Don Pasquale“, die in den Wintermonaten am Hagener Theater aufgeführt wird. „Es handelt sich um eine klassische Verwechslungskomödie“, beschreibt Regisseurin Annette Wolf das furiose Stück.

Eine Komödie ja, aber kein derber Bauernschwank. Dafür ist die Musik zu schön und differenziert, gilt „Don Pasquale“ doch als Meisterwerk des Belcanto, zu dessen Hauptvertretern Donizetti gehörte. Zudem enthält diese letzte Komödie, die er vollendete, bei allem spaßigen Verwirrspiel immer wieder Momente von Ernsthaftigkeit, ja Abgründigkeit, wenn Täuschung und Lüge bis an die Grenze der Grausamkeit getrieben werden.

„Donizetti führt die Figuren durch ein emotionales Auf und Ab“, charakterisiert Dirigent David Marlow die Komposition und nennt als Beispiel das Finale des zweiten Akts, wenn die vier Hauptfiguren Don Pasquale, Dr. Malatesta, Ernesto und Norina in einem E-Dur-Quartett über ihre Handlungen nachdenken: „Das ist einfach wundervolle Musik.“

Große Anforderungen an Interpreten

Es ist die zeitlose Thematik von der Beziehung eines alten Junggesellen zu einer blühenden Frau, die den Stoff der Oper ausmacht. Vor allem die weibliche Hauptrolle der Norina (Maria Klier) bleibt bis zuletzt undurchschaubar. Zuerst mimt sie die gutherzige junge Witwe, auf die der alternde Don Pasquale beim ersten Anblick anspringt, doch verwandelt sie sich nach der fingierten Hochzeit in eine entsetzliche Furie, die das Vermögen des reichen Hagestolzes durchzubringen droht und ihn auf jede erdenkliche Weise verhöhnt.

„Ich finde es geradezu gemein, wie sie und die anderen jungen Akteure mit dem alten Mann umgehen“, sagt Annette Wolff. Und Dramaturgin Dorothee Hannappel fügt hinzu: „Wie es in Norina wirklich aussieht, verrät uns Donizetti nicht. Und das ist auch gut so.“

An die Interpreten stellt die in italienischer Sprache gesungene Oper keine geringen Anforderungen. Der Text muss virtuos hoch, leicht und schnell gesprochen werden, was im einen oder anderen Fall auf Kosten des exakten Ausdrucks gehen mag.

Mit von der Partie ist übrigens der Kammersänger Horst Fiehl, bekanntlich der erste Hagener, der mit diesem Titel ausgezeichnet wurde. Er übernimmt die (kleine) Rolle des Notars.

In seinem ersten großen Part auf der Hagener Bühne ist der neue Tenor des Hauses, Kejia Xiong, als Ernesto zu sehen.

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