Pumpenhersteller Wilo investiert 100 Millionen

Dortmund.   Vorvergangenen Montag buddelten Vertreter des Dortmunder Pumpenherstellers Wilo im Sand von Dubai – dort entsteht bis 2018 eine neue Firmenrepräsentanz. Dubai folgte jetzt im Beisein von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft Dortmund: Auf der Fläche nördlich der Nortkirchenstraße wurde der Grundstein für Wilos neue Fabrik gelegt. In der „Smart Factory“ soll ab Mitte 2019 – voll digitalisiert – produziert werden.

Vorvergangenen Montag buddelten Vertreter des Dortmunder Pumpenherstellers Wilo im Sand von Dubai – dort entsteht bis 2018 eine neue Firmenrepräsentanz. Dubai folgte jetzt im Beisein von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft Dortmund: Auf der Fläche nördlich der Nortkirchenstraße wurde der Grundstein für Wilos neue Fabrik gelegt. In der „Smart Factory“ soll ab Mitte 2019 – voll digitalisiert – produziert werden.

Signalwirkung

Zur Erinnerung: Wilo baut unter dem Titel „Wilo Campus 2020“ eine komplett neue Firmenzentrale am Stammsitz in Dortmund. Auf einer 26 Fußballfeldern großen Fläche (194 000 Quadratmeter) entstehen neben der Smart Factory auch mehrere Funktionsgebäude sowie ein moderner Bürokomplex. Weil die Nortkirchenstraße mitten durch das Gelände verläuft, baut Wilo kurzerhand eine neue Straße. Das Unternehmen investiert weit über 100 Millionen Euro, Wilo-Vorstandsvorsitzender Oliver Hermes sprach von einer „Jahrhundert-Investition“.

Mehr davon, mag sich Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gedacht haben. Ihre Landesregierung war für das Nullwachstum in NRW 2015 stark kritisiert worden, nun soll es weiter aufwärts gehen. „Da ist es wichtig, dass Unternehmen investieren“, sagte Kraft in einem Zelt vor 150 Gästen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Von der Investition, die Wilo in Dortmund tätigt, verspreche sie sich eine „Signalwirkung“ für die Region und NRW.

Es gebe genug Beispiele dafür, dass produzierende Unternehmen das Ruhrgebiet verlassen, sagte Vorstandschef Hermes. Bei Wilo habe man sich bewusst gegen diesen Trend entschieden. Aber nicht einfach, weil man dem Standort verbunden ist: Der Bau der neuen Produktion und Firmenzentrale in Dortmund sei „eine knallharte unternehmerische Entscheidung“. Zwar habe Wilo in den vergangenen Jahren stark in Märkten wie China und Indien investiert; 2016 wurde auch eine Fabrik in Russland eröffnet.

Markt stärken

56 Prozent des Umsatzes aber erwirtschaftet der Pumpenhersteller in Europa, 20 Prozent des Umsatzes in Deutschland. „Diesen Markt gilt es zu sichern und zu stärken“, so Hermes. Angesichts mancher weltpolitischer Unwägbarkeiten glaube er: „Die reifen Märkte in Deutschland und Europa werden eine Renaissance erleben.“

Darüber, dass „die Welt nicht in Ordnung ist“, sprach bei der Feierstunde Dr. Jochen Opländer, Ehrenvorsitzender des Wilo-Aufsichtsrates und Gründer der Wilo Foundation. Diese hält 90 Prozent am Unternehmen. Opländer mache sich Sorgen um die USA unter Präsident Donald Trump („ein Maulheld und Lügner“) sowie wegen eines möglichen Rechtsrucks bei den Wahlen in Frankreich und den Niederlanden; auch in Deutschland sei die Art und Weise, wie regiert wird, bisweilen „nicht professionell“. Als Beispiele nannte Opländer das Hin und Her um die Pkw-Maut und das Abitur nach acht beziehungsweise neun Jahren.

Bodenaufbereitung beginnt

Während vieles auf der Welt in Bewegung ist, so lautete gewissermaßen die Botschaft Opländers, stehe der Fels Wilo sehr gut da – durch die Investition am Standort auch künftig. Während die Unternehmensvertreter, Hannelore Kraft und Oberbürgermeister Ullrich Sierau den Grundstein einmauerten, war draußen noch nicht viel von Bauarbeiten zu sehen. Die Generalplanung des Bauprojekts liegt bei der agn Niederberghaus & Partner GmbH aus Ibbenbüren. Projektleiter Dr. Stefan Nixdorf sagte, dass in diesen Wochen mit der Bodenaufbereitung begonnen werde.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik