Verkehr

Wilde Parksitten machen Anwohner wütend

Angesichts des erheblichen Parkdrucks am Quambusch wird die Einmündung zur Kornstraße häufig zugeparkt. Gleiches gilt für die Grundstückszufahrten der Anwohner. Hier soll die Stadt jetzt konsequenter durchgreifen. Foto:Michael Kleinrensing

Angesichts des erheblichen Parkdrucks am Quambusch wird die Einmündung zur Kornstraße häufig zugeparkt. Gleiches gilt für die Grundstückszufahrten der Anwohner. Hier soll die Stadt jetzt konsequenter durchgreifen. Foto:Michael Kleinrensing

Quambusch/Spielbrink.   Die Hasper erwarten von der Stadt ein konsequentes Durchgreifen gegen Falschparker. Die Bezirksvertretung stellt weitere Schilder auf.

Die Parksituation am Quambusch brachte in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Haspe das Blut der Bürger in Wallung. Vor allem entlang der Kornstraße, in der ähnlich wie in der Twittingstraße seit drei Monaten eine Einbahnstraßen-Testphase läuft, sind die Anwohner verärgert, weil sie durch wilde Parker ihre Grundstückseinfahrten nicht mehr erreichen können.

Bereits bei zwei Ortsterminen mit der Verwaltung hatten die Anlieger ihre Not geklagt. Die größten Probleme ergeben sich offenbar durch die Tatsache, dass die Autofahrer die weißen Markierungen auf der Fahrbahn lediglich als unverbindliche Vorschläge interpretieren und ihre Fahrzeuge auch gerne einmal großzügig über die Parkraum-Begrenzungen hinausragen lassen.

Straßenverkehrsordnung wird ignoriert

Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser machte deutlich, dass inzwischen in allen Wohnquartieren in Haspe die Sitten des Wilden Westens Einzug gehalten hätten: „Die Regeln der Straßenverkehrsordnung werden weder am Gelling, in der Kipper, am Spielbrink, auf der Hestert, in der Geweke oder am Quambusch respektiert“, so seine Wahrnehmung aus zahlreichen Ortsterminen und persönlichen Erfahrungen.

Das gelte sowohl für die gefahrenen Geschwindigkeiten als auch für die gelebte Parkkultur. Hauptverantwortliche seien jedoch meist die Anwohner selbst. Hier könne nur durch deutlich erhöhten Kontrolldruck Abhilfe geschaffen werden, sagte Thieser und räumte im gleichen Atemzug ein, dass dafür das notwendige städtische Personal fehle.

Kaum ein Durchkommen für Busse

Doch eine resignierende Kapitulation vor der Ignoranz der Verkehrsteilnehmer wollten die anwesenden Bürger auch nicht akzeptieren. Sie forderten ein, dass sowohl in der Korn- und Twittingstraße, aber auch am Jungfernbruch die Vertreter von Ordnungsamt und Polizei deutlich regelmäßiger vorbeischauen sollten, um Knöllchen zu verteilen. Vor allem in den Spätnachmittags- und Abendstunden sei die Situation nicht mehr zu tolerieren.

Die Bezirksvertretung sagte zu, den Protest der Anwohner erneut an die Verwaltung weiterzuleiten und beschloss zudem, an der Einmündung Harkort-/Kornstraße ein absolutes Haltverbot einzurichten, um in diesem Abschnitt zumindest den Verkehrsfluss aufrecht zu erhalten. Hier ergeben sich durch den Busverkehr zusätzliche Engpässe.

Probleme an der Schülinghauser Straße

Noch keine befriedigende Lösung zeichnet sich für die Parksituation an der Schülinghauser Straße – gemeint ist der Abschnitt zwischen Sonnen- und Büddingstraße – auf dem Spielbrink ab.

Dort dürfen Autofahrer einen völlig ungenutzten und auch weitgehend verwahrlosten Bürgersteig nicht länger für aufgeschultertes Parken nutzen, so dass sie ihre Fahrzeuge komplett auf der Fahrbahn abstellen müssen. Das sorgt wiederum dafür, dass hier Begegnungsverkehre unmöglich gemacht worden sind und sich gefahrvolle Verkehrssituationen ergeben.

Gehweg soll verschwinden

Den überflüssigen Gehweg, wie von der Bezirksvertretung gewünscht, zu entfernen, würde nach Angaben der Verwaltung stolze 30 000 Euro kosten. Mittel, die frühestens in die Haushaltsplanungen 2018/19 eingepreist werden könnten und den Hasper Politikern auch völlig unverhältnismäßig erscheinen.

Daher beschloss die Bezirksvertretung mit Blick auf den Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH), nach einer möglichst preisgünstigen Lösung zu suchen, um dort das Parken in der traditionellen Form wieder zu ermöglichen – spätestens im Rahmen der überfälligen Sanierung der Schülinghauser Straße soll das Problem mitgelöst werden.

>>HINTERGRUND: TEST LÄUFT BIS JUNI

Die neu geschaffene Einbahnstraßenregelung am Quambusch bleibt zunächst einmal bestehen, zumal es aus der Anwohnerschaft auch viele Stimmen gibt, die mit der Neuordnung der Verkehrsströme sehr zufrieden sind.

Die eigentliche Testphase endet im Juni, dann sollen die gemachten Erfahrungen umfassend abgewogen werden.

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