Historische Fotos

Das St. Barbara-Krankenhaus und seine Geschichte

Unser Bild zeigt das alte aus dem Jahre 1929 stammende St. Barbara-Krankenhaus, für welches am 7. November 2000 die Abbruchgenehmigung erteilt wurde.

Foto: Meinolf Lüttecke

Unser Bild zeigt das alte aus dem Jahre 1929 stammende St. Barbara-Krankenhaus, für welches am 7. November 2000 die Abbruchgenehmigung erteilt wurde. Foto: Meinolf Lüttecke

Attendorn.   Im Rahmen der Serie „Historische Fotos“ steht heute das Attendorner Barbara-Krankenhaus im Blickpunkt.

Die Geschichte der Attendorner Krankenhäuser lässt sich bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts zurückverfolgen. Im Rahmen unserer Serie mit historischen Fotos im Rahmen des 200-jährigen Jubiläums des Kreises Olpe erinnern wir an die Geschichte des Hauses.

Das alte St.-Barbara-Krankenhaus an der Hansastraße wurde am 6. März 1929 seiner Bestimmung übergeben. Durch die ständig steigende Bevölkerungszahl von Attendorn, Folge der vermehrten Industrialisierung, war mit den Planungen für dieses Krankenhaus bereits im Jahre 1915 begonnen worden. Nach 87 Ausschuss- und Kommissionssitzungen fiel am 12. März 1927 der einstimmige Beschluss, ein völlig neues Krankenhaus zu bauen.

Ab 1939 diente das Krankenhaus der deutschen Wehrmacht als Reservelazarett, von 1945 bis 1946 als englisches Militärhospital, im Jahre 1947 vorwiegend als belgisches Militärhospital. Erst Ende 1947 wurde es wieder in vollem Umfang von der Stadt Attendorn übernommen.

Erinnerung an Ordensschwestern

Die Krankenpflege wurde noch von den Ordensschwestern des Hl. Vinzenz von Paul ausgeübt, die dann aber 1952 nach fast einem Jahrhundert segensreicher Tätigkeit die Hansestadt verließen. Ordensschwestern der Kongregation der Christlichen Liebe übernahmen daraufhin die Krankenpflege. Die beiden letzten Ordensschwestern, Regina Hitzegrad und Maria-Vianney Franz, verließen zum Jahresende 2014 die Hansestadt. Sie waren für Seelsorgeaufgaben zuständig.

Etliche können sich bestimmt noch an den Chefarzt des alten Städtischen Krankenhauses, Dr. Paul Köster, erinnern, der lange das Sagen hatte. Zu ihm führte eine Tür mit dem großen Hinweisschild „Chirurigie - Chefarzt Dr. Köster“.

Stadt verkauft an Rhön AG

Vielen Patienten hat er zur Heilung verholfen. Nach über 20 Jahren trat Dr. Köster am 30. Juni 1977 in den Ruhestand. Zuvor hatte er sich noch intensiv an den planerischen und organisatorischen Überlegungen zur Errichtung und Ausstattung des Krankenhaus-Neubaus beteiligt.

Da das Krankenhaus von 1929 trotz mehrerer Umbauten mit zuletzt 153 Betten nicht mehr den Anforderungen an ein modernes Krankenhaus gewachsen war, beschloss der Rat 1969, ein neues Gebäude zu errichten.

Spitze des Fortschritts

Da im 2. Stufenplan des Landes Nordrhein-Westfalen von 1971 zur Förderung von Krankenhausneubauten unter anderem auch das Attendorner Haus vorgesehen war, konnten im November 1974 die Ausschachtungsarbeiten und im Frühjahr 1975 die Rohbauarbeiten beginnen, die durch das Richtfest am 16. September 1976 abgeschlossen wurden. Die Einweihung erfolgte am 26. April 1979.

Das Gebäude des ehemaligen aus dem Jahre 1929 stammenden Krankenhauses nutzte man zwischen 1979 und 2000 für die St.-Laurentius-Schule.

Danach zogen die Schülerinnen und Schüler in den Neubau der St.-Martinus-Schule an der Kölner Straße um. Am 7. November 2000 wurde für das alte Krankenhaus die Abbruchgenehmigung erteilt.

Ein einschneidender Schritt in der Geschichte des „neuen“ St. Barbara-Krankenhauses war am 26. April 1999 der Verkauf durch die Stadt an den Klinik-Konzern aus der Rhön. Es folgte ein weiterer, als die Rhön Klinikum AG am 28. Februar 2014 das Hospital an die Helios Kliniken Gruppe veräußerte. Anschließend änderte sich auch der traditionsreiche Name des Krankenhauses in Helios Klinik Attendorn.

In zehn Fachabteilungen und drei medizinischen Zentren werden die Patienten rund um die Uhr versorgt. Die Klinik ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Marburg und ist damit angebunden an die Spitze des medizinischen Fortschritts.

Oberstes Ziel, so steht es auf der Homepage, ist ein hoher medizinischer Standard, der eine qualifizierte und wohnortnahe medizinische Versorgung bietet. Dies ist ein Standortvorteil für Attendorn und die Region.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik