Abriss

Ende der Nordwall-Ruine in Attendorn

Abriss der Hauses Castellani am Nordwall, um das es einen zwanzigjährigen Streit gegeben hat

Foto: Steinbach

Abriss der Hauses Castellani am Nordwall, um das es einen zwanzigjährigen Streit gegeben hat Foto: Steinbach

Attendorn.   Streit um Castellani-Haus scheint nach zwanzig Jahren beigelegt. Bauantrag für ein Gebäude mit „repräsentativem Charakter“ gestellt.

Die Brandruine am Nordwall ist in dieser Woche abgerissen worden, in der Sitzungswoche ab dem 8. Mai werden die Neubaupläne in den Ausschüssen diskutiert. Nach Aussage von Uwe Waschke, Leiter des Planungsamtes, liegt ein Bauantrag für ein Gebäude mit „repräsentativem Charakter“ vor, das sich, so Waschke, „sehr wohl in die Struktur des Nordwalls einpasst.“ An einem solchen Neubau könnten sich Spaziergänger auf dem Wall durchaus erfreuen.

Probleme sind lösbar

Derzeit befinde man sich in der Abstimmungsphase, denn es gebe Probleme mit Bauordnung und Altstadtsatzung, die Waschke allerdings für lösbar hält. Die Mitglieder des Planungsausschusses und des Bauausschusses müssen sich unter anderem mit Dachneigung und Abstandsflächen befassen, im Bauausschuss wird dies in nichtöffentlicher Sitzung stattfinden.

Bekommt Bauherr Michael Castellani grünes Licht für seinen Neubau, geht damit ein Streit zu Ende, der weit mehr als zwanzig Jahre dauerte und am Ende sogar Polizei und Feuerwehr auf den Plan rief.

Politische Ränkespiele

In den 1990er Jahren entbrannte ein Streit zwischen dem Eigentümer und der Stadt, weil Castellani schon damals das Haus abreißen und durch einen Neubau ersetzen wollte. Für die Häuser am Nordwall gilt aber eine Erhaltungssatzung, die verhindern soll, dass die in ihrer Art und als Ensemble in Attendorn einmaligen Gebäude abgerissen werden. Hierüber kam es zum Streit. Michael Castellani fühlte sich als Opfer politischer Ränkespiele, weil in der unmittelbaren Nachbarschaft ein vergleichbares Projekt genehmigt worden war. Er verwies auch darauf, dass das Gebäude entgegen anderslautenden Behauptungen nie unter Denkmalschutz gestanden habe.

Castellani investierte nicht mehr in das Haus, und nachdem der letzte Mieter ausgezogen war, verfiel es zu einer Ruine.

Bewegung kam in die Angelegenheit, als am späten Sonntagabend, 21. März des vergangenen Jahres, die Feuerwehr ausrücken musste, um das in Flammen stehende Haus zu löschen. Wie die Polizei bereits wenige Tage später bestätigte, handelte es sich um Brandstiftung. Zeugen hatten kurz vor Ausbruch des Feuers Jugendliche vom Haus wegrennen gesehen. Nachbarn berichteten, dass sich Jugendliche immer wieder in der Ruine aufgehalten hatten. Zwar konnten einige auch namentlich ermittelt werden, die Vernehmungen führten aber zu keinem Ergebnis.

Nach dem Brand war das Haus stark einsturzgefährdet, den größten Schaden hatte das Löschwasser verursacht.

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