Fahrgastschiff

MS Westfalen schwimmt wieder auf dem Biggesee

Ein Schiff in der Schwebe: Nach zwei Wochen auf der Helling wird die „MS Westfalen“ wieder zu Wasser gelassen.

Foto: Peter Plugge

Ein Schiff in der Schwebe: Nach zwei Wochen auf der Helling wird die „MS Westfalen“ wieder zu Wasser gelassen. Foto: Peter Plugge

Sondern.   Nach Arbeiten am Schiffsboden auf der Helling schwimmt die „MS Westfalen“ wieder auf dem Biggesee. Sie ist gerüstet für die Ausflugssaison 2017.

Äußerlich ist Wolfgang Keseberg, Chef der Personenschifffahrt Biggesee, ganz ruhig, sagt: „Das haben wir schon einige Male gemacht“. Das ändert sich, als sich das knapp 50 Meter lange und 300 Tonen schwere Fahrgastschiff „MS Westfalen“, das zwei Wochen auf Helling, also auf Schlitten, die auf Schienen laufen, auf dem Trockenen am Ufer des Biggesees gelegen hat, der Wasseroberfläche nähert. Behutsam wird das Schiff mit Hilfe einer Seilwinde und langen Stahlseilen, die über Umlenkrollen laufen, zu Wasser gelassen.

Handbreit Wasser unter dem Kiel

Dann schwimmt es frei, der Schiffsführer manövriert die „Westfalen“ vorsichtig in tieferes Wasser und schlägt dreimal die Schiffsglocke an. „In Gottes Namen! Und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“, sagt Wolfgang Keseberg. Dann wird das Manöver umgekehrt, wird die „MS Bigge“, das kleinere Schwesterschiff der „Westfalen“, auf die Helling geholt.

Alle fünf Jahre, „wenn der Wasserstand des Sees es zulässt“, schränkt Wolfgang Keseberg ein, müssen die „Westfalen“ und die „Bigge“ an Land. Dann ist eine Untersuchung des Schiffsbodens durch die Berufsgenossenschaft fällig. Ansonsten kommt der Schiffs-TÜV einmal im Jahr

Insbesondere der sogenannte Auflaufkoffer, bestehend aus neu 30 Millimeter starken, verschweißten Platten, mit denen die Schiffe beim Anlegen Grundkontakt haben, wird nachgemessen. „Sind die Bleche drei Millimeter dünn müssen sie ersetzt werden“, erklärt Keseberg.

So rückten auch in diesem Jahr Spezialisten der Lux-Werft in Mondorf bei Bonn an und erneuerten den Auflaufkoffer. Der komplette Schiffsboden wurde von Algen und Dreck gereinigt und mit einem neuen Anstrich versehen. Außerdem ließ man in einem Spezialbetrieb in Rotterdam die Propeller des Antriebs richten und dynamisch wuchten. Darüber hin­aus wurde der Backbord-Propeller sechs Prozent steiler gestellt. Jetzt soll er den gleichen Schub erzeugen wie der Steuerbord-Propeller, was das Fahren in der Ostern beginnenden Saison erleichtert.

Seite
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik