Bundesstraße 55

Wildschutzzaun für 300 000 Euro soll B 55 sicherer machen

Karl-Josef Fischer, Medienbeauftragter der Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen NRW, an einem Pfahl des neuen Wildschutzzauns an der Einmüdung der Straße "Im Osterseifen" in die B55.

Foto: Peter Plugge

Karl-Josef Fischer, Medienbeauftragter der Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen NRW, an einem Pfahl des neuen Wildschutzzauns an der Einmüdung der Straße "Im Osterseifen" in die B55. Foto: Peter Plugge

Olpe.   Ein Wildschutzzaun soll die B 55 von der Ronnewinkler Talbrücke bis zum Kreisverkehr Rother Stein sicherer machen.

300 000 Euro für einen Zaun hört sich zunächst gewaltig an. Angesichts der rund zehn Millionen Euro, die der Landesbetrieb Straßen NRW in den vergangenen Jahren beim dreispurigen Ausbau der B 55 auf der Griesemert verbaut hat, macht sich dieser Betrag für insgesamt 15 Kilometer Wildschutzzaun, 7,5 Kilometer auf jeder Straßenseite, die derzeit entlang der B 54/55 von der Ronnewinkler Talbrücke, an Rhode vorbei, über die Griesemert bis zum Kreisverkehr Rother Stein gebaut werden, fast schon bescheiden aus.

Zumal in der Summe auch noch zwei Kilometer Wildschutzzaun enthalten sind, die eine Lücke zwischen dem Kreisverkehr auf der Krombacher Höhe in Richtung Auffahrt auf die Hüttentalstraße/A4 schließen.

Warum baut man einen so aufwendigen Wildschutzzaun entlang einer Bundesstraße? „Üblich ist das nicht“, räumt Karl-Josef Fischer, Medienbeauftragter der Niederlassung Südwestfalen des Landesbetriebs Straßen NRW, ein. Doch kann er - auch in seiner privaten Funktion als Vorsitzender der Kreisjägerschaft Kurköln - die Hintergründe für diese Entscheidung nachvollziehbar erklären. „Pro Jahr gibt es auf diesem Abschnitt rund 50 Wildunfälle, die bisher zumeist relativ glimpflich verlaufen sind. Doch nach dem Umbau auf die Dreispurigkeit wird hier schneller gefahren als zuvor und die Gefahr für die Verkehrsteilnehmer ist größer.“

Zwei Meter hoch wegen Damwild

Daher habe man vor gut zweieinhalb Jahren Abstimmungsgespräche mit den betroffenen Grundstückseigentümern, Jagdgenossenschaften und Jagdpächtern geführt und nach dem Ausräumen von „Missverständnissen“, wobei auch der Petitionsausschuss des Landtags involviert gewesen sei, die Zustimmung aller Beteiligten für das Projekt erreicht. Dann hätten umfangreiche Vermessungsarbeiten stattgefunden, ehe die Maßnahme vor rund eineinhalb Jahren ausgeschrieben worden sei.

Im vergangenen Herbst, außerhalb der Brutzeit der Vögel, sei ein rund zwei Meter breiter Streifen „möglichst entlang unserer Grundstücksgrenzen“, so Fischer, gerodet worden, wobei rund 800 kleinere Bäume und Sträucher entfernt wurden. Kürzlich wurde damit begonnen, die Zaunpfähle zu setzen, die in einem Abstand von circa fünf Metern stehen. Dazwischen befindet sich ein zusätzlicher Erdanker, der zum Spannen des unteren Drahts des Zauns dient und verhindern soll, so Karl-Josef Fischer, „dass sich Wildschweine zu einfach unter dem Zaun her drücken können“.

Der Wildschutzzaun ist zwei Meter hoch, „weil es in diesem Bereich auch Damwild gibt“, so Fischer, und besteht im erdnahen Drittel aus einem engmaschigen Drahtgewebe, um auch Niederwild abzuhalten, während die Maschen darüber deutlich größer ausfallen. Die Zaunpfähle sehen zwar wie Holzpfähle aus, bestehen aber aus recyceltem Kunststoff, der eine deutlich höhere Lebensdauer haben soll als Holz.

Es wird auf jeder Seite der Straße ein Zaun errichtet, weil die Tiere bei einem einseitigen Zaun „in eine Falle liefen“, so Fischer, was dann eine noch größere Gefahr bedeuten würde.

13 Tore und acht Türen

In die beiden Zäune werden insgesamt acht Türen und 13 Tore eingebaut, die Kontrollgänge bei Bauwerken und die Zufahrt zu Grundstücken gewährleisten sollen.

Bis Ende Mai, so die Planung, soll der Wildschutzzaun fertiggestellt sein. Bis dahin bittet Karl-Josef Fischer die Verkehrsteilnehmer, besonders vorsichtig zu fahren, da jetzt das Wild vermehrt aus dem Wald auf die Freiflächen kommt, um dort das erste frische Grün zu fressen.

Nach der Fertigstellung des Wildschutzzauns sind die in diesem Bereich „Jagd-Ausübungsberechtigten“ aufgefordert, den Zaun immer wieder zu kontrollieren und eventuelle Beschädigungen der Straßenmeisterei zu melden, damit diese Reparaturen durchführen kann.

Kunststoff-Recyclingmaterial

Der Wildschutzzaun entlang der B 55 besteht aus Pfählen aus UV-beständigem Kunststoff-Recyclingmaterial und Drahtgeflecht. Die Pfähle sehen aus wie Holzpfähle, sollen aber deutlich länger halten als diese. Zwischen den Pfählen wird ein Drahtgeflecht gespannt, das unten enger als oben ist.

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