Klinik-Schließung

Mendener demonstrieren mit Plakaten gegen Klinik-Schließung

Rund 200 Demonstranten ziehen am Samstag Richtung Krankenhaus. Auf Bannern verkünden sie, dass für Störche in Menden kein Landeplatz mehr ist, weil die Gynäkologie- und Geburtshilfeabteilung schließt. Fotos:Martina Dinslage

Foto: WP

Rund 200 Demonstranten ziehen am Samstag Richtung Krankenhaus. Auf Bannern verkünden sie, dass für Störche in Menden kein Landeplatz mehr ist, weil die Gynäkologie- und Geburtshilfeabteilung schließt. Fotos:Martina Dinslage Foto: WP

Menden.   200 Demonstranten schimpfen über das plötzliche Aus der Gynäkologieund der Geburtsstation am Vincenz-Krankenhaus zum Monatsende.

Nur zu verständlich, dass bei der Demonstration am Samstagmittag auch Tränen fließen. Das von der Schließung der Geburts- und Gynäkologiestation betroffene Personal ist nicht nur wütend, sondern blickt auch sehr wehmütig auf zumeist viele Jahre Arbeitsleben im Mendener Krankenhaus zurück.

So wünscht Sabine Morali, bis dato leitende Hebamme des Vincenz-Hospitals, ihren Kolleginnen mit verweinter Stimme, sie alle mögen schnell eine neue Stelle in gutem Umfeld finden.

Dies hofft auch Heike Jacobs vor dem Alten Rathaus, wo die Demonstration mit rund 200 Teilnehmern im Nieselregen startet. „Ich bedanke mich bei unserem tollen Chef, Dr. Aref Latif, für die vergangene Zeit. Wir dürfen stolz darauf sein, dass wir den gebärenden Frauen einen gemütlichen und intimen Ort für ihre Entbindungen bieten konnten,“ resümiert die Hebamme vor den Zuhörern.

Unternehmer ist empört

Der Mendener Unternehmer Ernst Schulte (ECO) indes zeigt seine Wut über die Schließung der Station deutlicher: „Die Wurzeln der Stadt werden dadurch zerstört!“, ruft er den applaudierenden Demonstranten entgegen. Als Bürger dieser Stadt will er das Aus der Geburtsstation und der Gynäkologie nicht wortlos hinnehmen. Er fordert die Mendener dazu auf, ab sofort jeden Tag hierher zu kommen, um kundzugeben, dass man diese Entscheidung nicht akzeptiert. „Eine Geburtshilfestation aus finanziellen Gründen zu schließen, bedeutet für mich einen Skandal,“ empört sich Ernst Schulte.

Unterschriftensammlung

Als „Maria und Josef in Bethlehem“ beteiligen sich auch Astrid Meier und Mario Hagenschulte an der Protestveranstaltung. Ihr Banner „Leider hat Bethlehem die Babyquote von 24 nicht erreicht. Bitte wandern Sie weiter nach Jerusalem“ veranschaulicht auf zynische Weise, was den werdenden Müttern Mendens zukünftig bevorsteht: die Fahrt in benachbarte Krankenhäuser mit Geburtsstation.

Der Kern des Organisationsteams der Demonstration, Cornelia Pankau, Claudia Niebecker und Helmut Schwittay, hatten im Internet die Facebookgruppe „Mendener gegen die Schließung der Vincenz-Gynäkologie“ gegründet. Eine Online-Petition wurde durch die Gruppe gestartet und wird durch eine Unterschriftensammlung in Geschäften und Arztpraxen unterstützt.

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