Hönne-Insel

Sparkasse zeigt sich interessiert an Gewoge-Angebot

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Menden. Überraschende Entwicklung in Sachen Hönne-Insel: Die Mendener Wohnungsbaugenossenschaft Gewoge will den brachliegenden Mittelteil des Geländes kaufen und 80 bis 90 Miet-Wohneinheiten errichten.

Ihr Interesse hat die Gewoge in dieser Woche schriftlich der Sparkassen-Tochter S-Pro-Bau unterbreitet. Und die zeigt sich interessiert.

Einst war die Hönne-Insel als Gesamt-Projekt gedacht: Exklusive Stadtwohnungen, Häuser und Villen sollten auf der alten Schmöle-Industriebrache entstehen. Jetzt könnte es am Ende eine Dreiteilung geben. Rechts die Reste des nur schwer zu vermarktenden Exklusiv-Wohnens, links der große Block „Service-Wohnen” der Katholischen Hospitalgesellschaft. Und in der großen Mitte würde es auf 6 380 Quadtratmetern bodenständig werden, wenn die Gewoge-Pläne Wirklichkeit werden.

„Wir wollen erschwinglichen Mietwohnraum für breite Bevölkerungsschichten der Innenstadt schaffen”, so Gewoge-Geschäftsführer Manfred Döring. Erklärtes Vorbild ist das noch im Bau befindliche neue Gewoge-Haus an der Gartenstraße. Für die Hönne-Insel gibt es zwar noch keine Detail-Pläne, Döring skizziert aber die Grundzüge: „Wir wollen entlang der Bodelschwinghstraße ein größeres Gebäude bauen, das aber nicht wie ein Klotz wirkt. Zur Hönne hin wird die Bebauung dann kleiner bis hin zu Ein- und Zweifamilienhäusern.”

Das Ganze solle durchaus mit der bisherigen Bebauung in Einklang gebracht werden. So schnell wie möglich würde die Gewoge mit dem Projekt beginnen wollen, dann aber die Gebäude nacheinander bauen: „Wir wollen nur heimische Handwerker berücksichtigen.” Wirtschaftlich sei die Gewoge so erfolgreich, dass sie das Projekt finanziell problemlos stemmen könne.

Sparkasse interessiert

Gestern hat Döring auch Gespräche mit Bürgermeister Düppe geführt — wegen „der besonderen Bedeutung für die Stadt”. Und die Sparkasse zeigt sich vorsichtig interessiert. Ein offizielles Gewoge-Angebot liege zwar noch nicht vor, so Sparkassen-Sprecher Klaus Wüster: „Aber natürlich freuen wir uns über das Interesse und sehen dem Konzept gespannt entgegen.” Momentan rede man auch mit verschiedenen anderen Interessenten. Nach längerer Ruhephase hätten sich überraschenderweise in jüngster Zeit mehrere gemeldet.

Nichtsdestotrotz ist Döring zuversichtlich, dass die S-Pro-Bau auf die Gewoge-Offerte eingeht, denn sie sei mit ihrem Exklusiv-Konzept gescheitert: „Das konnte nicht funktionieren. Die Wohnungen sind mit einem Verkaufspreis von mehr als 2 150 Euro pro Quadratmeter und 12 000 Euro für einen Pkw-Stellplatz zu teuer. Für eine Zweiraumwohnung mit Stellplatz verlangt die Sparkassen-Tochter einen höheren Kaufpreis als die Gewoge für ein Reihenhaus mit Kaufgrundstück.” Deshalb habe man in fünf Jahren von den 25 gebauten Stadtwohnungen auch nur zehn verkauft.

Es sei aber ein großer Trugschluss, daraus zu folgern, dass es keinen Bedarf an innerstädtischen Wohnungen gebe — so wie es S-Pro-Bau-Geschäftsführer Frieder Altrogge gesagt habe. Im Gegenteil: Der Bedarf sei riesengroß. Allerdings nicht nach Eigentums-, sondern nach Mietwohnungen.

Das zeige sowohl eine aktuelle Bedarfs-Ermittlung des NRW-Bauministeriums für Menden als auch die Erfahrung der Gewoge mit den elf neuen Stadtwohnungen in der Gartenstraße. Döring: „Obwohl wir sie noch nicht angeboten haben, werden wir bereits mit Anfragen überhäuft.”

Wenn das Konzept so überzeugend ist, warum sollte die S-Pro-Bau oder ein anderer Bauträger das Projekt nicht selbst verwirklichen? Manfred Döring: „Weil wir als Wohnungsbaugenossenschaft ein ganz anderes Geschäftsmodell haben. Die Gewoge kalkuliert eine Mietwohnung über den gesamten Lebenszyklus des Hauses. Eine Baugesellschaft rechnet aber kurzfristig, will schnell den maximalen Gewinn erwirtschaften.”

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