Schulsozialarbeiter

Der Kampf um die Fortführung der Schulsozialarbeit

„Nur nicht hängen lassen“: Stellenangebote, an der Wäscheleine aufgereiht – ein Anreiz für Kollegschüler für die eigene Bewerbung.

Foto: Kreis

„Nur nicht hängen lassen“: Stellenangebote, an der Wäscheleine aufgereiht – ein Anreiz für Kollegschüler für die eigene Bewerbung. Foto: Kreis

Siegen-Wittgenstein.   Die Fördermittel vom Bund fallen weg. Kreis-Politiker suchen jetzt nach Alternativen zur Finanzierung. Denn die Aktionen seien sehr effektiv

Die Schulsozialarbeit am Siegener Berufskolleg Technik sollte auch über das Jahr 2017 hinaus fortgeführt werden – obwohl es dafür womöglich keine weiteren Fördermittel des Bundes mehr gibt. Dafür sprachen sich jetzt Politiker im Ausschuss für Schule, Weiterbildung und Sport des Kreises Siegen-Wittgenstein aus – und regten an, zeitnah nach alternativen Lösungen zu suchen. Das könnte auch Auswirkungen auf das Beratungsangebot im Bad Berleburger Berufskolleg Wittgenstein haben.

Angebot seit Herbst auch im BKW

Derzeit teilen sich vier Schulsozialarbeiter des Katholischen Jugendwerks Förderband Siegen-Wittgenstein eine Stelle, kümmern sich im Siegener Kolleg zum Beispiel um Schulverweigerer – aber auch um Schüler, die nach der Schule auf dem Weg zu Ausbildung oder Arbeitsplatz „verloren gegangen“ sind. Ein vergleichbares Beratungsangebot läuft seit Herbst auch am Berufskolleg Wittgenstein (BKW).

Laut Daniel Schäfer aus dem Sozialarbeiter-Team sind am Berufskolleg Technik etwa 250 Schüler ohne Ausbildungsverhältnis im Bereich Berufsvorbereitung eine zen­trale Zielgruppe – egal, ob es um familiäre, schulische oder auch Sucht-Probleme gehe.

Effektive Aktionen

Als positives Beispiel auch für Integration nennt das Team bei seiner Präsentation im Schulausschuss den gebürtigen Armenier Karim, dem man zunächst ein Praktikum und schließlich auch einen Arbeitsplatz habe vermitteln können.

Besonders effektiv, so Schäfer weiter: Aktionen wie „Nur nicht hängen lassen“ mit Stellenangeboten, aufgereiht per Wäscheklammer an einer Leine, zum Herunternehmen bei Interesse. Und das wiederum motiviere die Schüler oft dazu, an den Bewerbungstrainings der Schulsozialarbeiter teilzunehmen.

Allerdings werden für eine Fortführung der Sozialarbeit ab 2018 wohl keine Fördermittel des Bundes nach den Bildungs- und Teilhabe-Regelungen über das Land NRW mehr zu erwarten sein. Das Land hatte schon seit 2015 nur noch 60 Prozent der Personalkosten gefördert.

Keine glückliche Lösung

Das sei „keine glückliche Lösung“, meinte Corie Hahn (CDU). Man müsse da irgendwie in den nächsten Monaten handeln, fand Ausschussvorsitzender Helmut Kaufmann (SPD). Und auch Arne Fries vom Schulverwaltungsamt äußerte den Wunsch, dass es zumindest noch ein Jahr weitergehe mit der Schulsozialarbeit.

Letztere sei in vielen Schulen des Kreises einfach wichtig, betonte Rosa Büdenbender von der Berufsvorbereitung des Siegener Technik-Kollegs. Damit bleibe vielen Schülern oft „ein lebenslanges Abo auf Hartz IV erspart“.

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