Filmvorführung

Deutscher Buddhist fand die Kraft des Geistes im alten Tibet

Regisseur Vilas Rodizio präsentiert seinen ersten Film über die Yogis in Tibet im Residenz-Kino-Center in Bad Laasphe. Dafür ist er drei Monate durch den Osten des Landes gereist

Foto: Susanne Kollmann

Regisseur Vilas Rodizio präsentiert seinen ersten Film über die Yogis in Tibet im Residenz-Kino-Center in Bad Laasphe. Dafür ist er drei Monate durch den Osten des Landes gereist Foto: Susanne Kollmann

Bad Laasphe.   Regisseur Vilas Rodizio zeigt in Bad Laasphe seinen Film über Yogis und ihre Meditationstechniken. Dabei sehen die Zuschauer mystische Dinge

Ein Yogi sitzt in Tibet auf dem Felsen. Nackt, bei Temperaturen weit unter Null Grad. Er beginnt zu meditieren und übergießt seinen Körper mit eiskaltem Wasser. Er bekommt eine Gänsehaut, aber seine Muskeln zittern nicht. Und ohnehin scheint ihm die Kälte nichts auszumachen. Er schafft es, allein durch die Kraft seines Geistes von der Kälte des tibetischen Winters unberührt zu bleiben und eine wohlige Wärme zu erzeugen.

Im Residenz-Kino-Center zeigte Regisseur Vilas Rodizio den Zuschauern seinen Film „Auf der Suche nach dem alten Tibet – Eine Reise zu Buddhas Erben“ und damit neben spektakulären Aufnahmen vom Osten Tibets, einen guten Einblick in die Welt der Yogis und Lamas.

Mystische Dinge ohne eindeutige Erklärung

Gertrud Hirschfeld aus Erndtebrück ist eine von ihnen und bereits vor Start des Films gespannt, was auf sie zukommt. „Der Himalaya hat es mir vor drei Jahren angetan, als ich vor meiner Reise durch Nepal mit dem Flugzeug drüber geflogen bin“, sagt sie.

Ohnehin sei sie fasziniert vom Buddhismus und mystischen Dingen, die schwer erklärbar sind. Und die gibt es in dem Film zuhauf: So zeigt der 52-jährige Filmemacher, wie ein Yogi während der Meditation in der typischen Pose gestorben ist. Das ist erstmal nichts ungewöhnliches, doch die Herzregion soll noch fünf Tage später warm gewesen sein.

Regisseur ist selbst Buddhist

Das ist aber noch nicht alles: Nach seiner Verbrennung sind Augäpfel, Zunge und Herz zu einem schwarzen Klumpen verschmolzen. Ein Zeichen, dass es ein hoher Meditationskünstler gewesen sein muss. „Die Yogis erzählen nichts von sich, niemand weiß, wie erfahren er war. Das wird erst nach dem Tod sichtbar“, erklärt der Regisseur, der selbst seit 22 Jahren Buddhist ist und dadurch wesentlich mehr verstehen konnte, wie er sagt.

Gemeinsam mit zwei Freunden und Übersetzern reiste der gebürtige Hamburger drei Monate durch Tibet, gefilmt hat er aber alles selbst. In Klöstern hat er Yogis und Lamas – also Männer, die abgeschieden in den Bergen meditieren und ihre Lehrer – kennengelernt. Denn viele von ihnen kehren nach einigen Jahren wieder zurück. Allerdings nur in das Kloster, ein weltliches Leben möchte niemand mehr.

Vilas Rodizio schafft es, in dem knapp 80-minütigen Film einen Eindruck von dem Leben der Yogis zu vermitteln, die sich teilweise für Jahrzehnte in die Berge zurückziehen und in kleinen Höhlen leben, ohne jeglichen Komfort. Gefunden hat er sie durch Hinweise aus den Klöstern oder per Zufall „Das war teilweise wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen“.

Einzigartige Begegnungen mit Yogis

Doch wenn er einen gefunden hat, die Stelle war oft gekennzeichnet durch zahlreiche Gebetstücher, dann war die Begegnung etwas einzigartiges. „Den wohl größten Yogi Coche Gompa umgibt eine unbeschreibliche Aura“, erinnert sich der 52-Jährige,„wir haben nicht mit ihm gesprochen, doch als ich vor ihm stand, wusste ich nicht mehr, wie ich meine Kamera bediene, obwohl ich das acht Wochen lang jeden Tag gemacht habe“, sagt er.

Die Erwartungen von Gertrud Hirschfeld haben sich voll erfüllt, auch wenn sie mit einigen Fragezeichen nach Hause fährt. „Man versucht, all das mit dem Verstand zu erklären, aber das gelingt einfach nicht.“

Reise ohne Drehgenehmigung

Vilas Rodizio stellte sich nach dem Film den Fragen der Zuschauer. So versuchte er zu erklären, wie es möglich ist, über mehrere Tage zu meditieren. Ein Yogi schafft es beispielsweise in einer Woche von nur sechs Gerstenkörnern und wenigen Schlucken Wasser zu leben. „Wie ist das, wenn die zur Toilette oder duschen müssen?“, möchte ein Gast wissen.

Duschen gebe es dort nicht, erklärt der Regisseur, generell sehen es die Menschen mit der Hygiene nicht so eng, stinken würden sie aber auch nicht. Im Mai steht die nächste Reise für den zweiten Film an. Dabei möchte er noch mehr auf die Yogis eingehen und zeigen, was sie tun und wie das geht.

Sein Name ist übrigens ein Pseudonym, das Team hatte nämlich keine Drehgenehmigung. Deshalb möchte er seinen richtigen Namen nicht in der Zeitung lesen.

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