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Kirchengemeinde Erndtebrück kämpft gegen 18 000 Euro-Defizit

Rund 60 Zuhörer blieben am Sonntag nach dem Gottesdienst für die Gemeindeversammlung der Evangelischen Kirchengemeinde Erndtebrück in der örtlichen Kirche.

Foto: Jens Gesper

Rund 60 Zuhörer blieben am Sonntag nach dem Gottesdienst für die Gemeindeversammlung der Evangelischen Kirchengemeinde Erndtebrück in der örtlichen Kirche. Foto: Jens Gesper

Erndtebrück.   Eine besondere Beschwernis ist die Gebäudesituation mit alten denkmalgeschützten Kirchen. Eine Dachsanierung beispielsweise ist da richtig teuer

Seitdem der jüngste Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Erndtebrück im Februar in den Briefkästen gelandet ist, haben es die Gemeindeglieder schwarz auf weiß: „Wenn alles so kommt wie geplant, dann steht am Ende des Jahres ein Defizit von rund 18 000 Euro in den Büchern. Das Geld haben wir zwar noch in einer Rücklage, aber jedem ist bewusst: Wir müssen unbedingt umsteuern, weil man ja nicht dauerhaft vom Sparbuch leben kann. Außerdem kann niemand wissen, wie lange wir von den hohen Kirchensteuer-Einnahmen noch profitieren werden.“

So haben es Pfarrer Stefan Berk als Presbyteriums-Vorsitzender und Presbyter Ralf Strupat im Gemeindebrief unter der Überschrift „Finanzen 2017 – Informationen zum aktuellen Haushalt“ geschrieben, um an gleicher Stelle mit den Sätzen zu enden: „In den nächsten Monaten werden wir zu Gemeindeversammlungen einladen, um die Situation zu erläutern, Vorschläge zu machen und auch Ideen aus der Gemeinde zu hören.“

Gebäudesituation ist ein großes Problem

Am Sonntag war eine solche Gemeindeversammlung in der Evangelischen Kirche Erndtebrück. Hier stellte Finanzkirchmeister Ralf Strupat die finanzielle Situation der Kirchengemeinde mit gut 3800 Gemeindegliedern ausführlich vor. Eine besondere Beschwernis ist für viele Gemeinden im Kirchenkreis die Gebäudesituation, zum einen zu viele davon, zum anderen alte denkmalgeschützte Kirchen, bei denen beispielsweise eine Dachsanierung richtig ins Geld geht. Hier haben die Erndtebrücker bereits einen wichtigen Schritt unternommen, als sie das Jugendheim vor knapp vier Jahren an einen Investor verkauft haben, der das Gebäude renovierte.

In drei getrennten Verträgen mietet die Kirchengemeinde jetzt hier Räumlichkeiten, für den offenen Jugendtreff „Log-in“, für das Evangelische Familienzentrum „Sonnenau“ und für die übrige Gemeindearbeit. Baukirchmeister Michael Roggenkamp präsentierte in diesem Zusammenhang Überlegungen des Presbyteriums zu räumlichen Veränderungen der Kirchengemeinde.

Bedarf für die Räume werden ermittelt

„Wir wollen präsent bleiben und attraktive Räumlichkeiten zur Verfügung stellen“, das war ein wichtiger Punkt in seinen Ausführungen, das könnte in Erndtebrück selbst aber mit einer Konzentration der Aktivitäten auf dem Kirchhügel zusammengehen. Genau wurden und werden deshalb die Bedarfe unterschiedlicher Gruppen ermittelt, auch in Bezug auf den Raum, den sie – in Anbetracht den demografischen Wandels mit entsprechend zurückgehende Gemeindegliederzahlen – wirklich brauchen.

Auf dem Kirchhügel steht neben Kirche und Pfarrhaus, die der Gemeinde gehören, auch das Vereinshaus der örtlichen Evangelischen Gemeinschaft. Alles, was geplant wird, wird in Abstimmung mit der Gemeinschaft geschehen.

300 000 Euro für Umbauarbeiten

Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) hat den Erndtebrückern die Ausschreibung eines Architekten-Wettbewerbs vorgeschlagen. Für mögliche Um- oder Anbauarbeiten stellte Ralf Strupat eine Summe von rund 300 000 Euro in den Raum, Geld das unter anderem aus den Verkäufen von Jugendheim und benachbartem Hausmeister-Haus kommt, das aber aufgrund des komplizierten und auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Vermögenskonzepts von Kirche nur gezielt und mit landeskirchlicher Genehmigung genutzt werden darf.

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