Natur

Orden „Der Silberne Bruch“ besucht die Wisente in Berleburg

Wisentkuh im Frühnebel und Gegenlicht

Foto: Wolfram Martin

Wisentkuh im Frühnebel und Gegenlicht Foto: Wolfram Martin

Bad Berleburg.   Der Orden „Der Silberne Bruch“ vereint Forstleute, Naturliebhaber und Jäger. Der Konvent trifft sich am ersten Maiwochenende in Berleburg

Der Name klingt geheimnisvoll: „Der Orden vom Silbernen Bruch“. Aber es ist keine religiöse Vereinigung nach dem Vorbild von Mönchs- oder Ritterorden, die sich am ersten Maiwochenende auf Schloss Berleburg zum Landeskonvent trifft. Tatsächlich verbirgt sich hinter diesem Namen eine Gruppe, die sich einem Kodex verschrieben hat. Der Silberne Bruch ist ein „Orden zum Schutz von Wald, Wild und Flur und zur Förderung von weidgerechtem Jagen.“

Alles Jäger also? „Nein“, sagt der Landesobmann des Ordens Dr. Harald Kilias, „unter uns sind Jäger, Forstleute, Menschen, die den Wald lieben und auch Nichtjäger.“ Alle eint aber der Kodex und die Liebe zur Natur seit 1955. Damals gründeten Forstleute, Jäger, Landwirte und andere der Natur verbundenen Männer die Gemeinschaft im Kodex beschrieben Ziele.

400 Mitglieder in Europa

Der Orden existiert heute mit rund 400 Ordensbrüdern in Landesgruppen in Österreich, Schweiz, Deutschland, Frankreich und Liechtenstein. Aufgenommen wird nur, wer eine lange Prüfungsphase besteht. Dann aber gilt der Bund auf Lebenszeit. „Den Ordensgründern lag es am Herzen, dass wir eine Gemeinschaft der Handelnden sind, denen diese Ziele am Herzen liegen“, sagt der Biologe Dr. Kilias, der 2014 den Vorsitz der deutschen Landesgruppe des Ordens übernommen hat. Was ihm an diesem Orden so gefällt? „Das ist die Gemeinschaft. Wir kommen aus allen Bevölkerungsschichten“, erklärt er. „Bei uns treffen Sie den Fabrikanten genauso wie den Arbeiter“. Auch alle Altersschichten seien vertreten. „Unser ältestes Mitglied ist 97 Jahre alt. Ein Bundesrichter a.D.. Er kann zwar nicht mehr reisen, ist aber nach wie vor sehr an allem interessiert. Genau dieser Umgang aller Mitglieder miteinander hat mich besonders begeistert.“

Schloss ist perfekter Tagungsort

Den Weg ins Rothaargebirge und auf das Wittgensteiner Land haben die Ordensmitglieder vom Silbernen Bruch nicht von ungefähr gewählt. Zwar gehören laut Kilias weder der kürzlich verstorbene Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg noch sein Sohn Gustav dem Orden an, aber die Tradition der Forstwirtschaft und Jagd des Hauses und vor allem das weltweit beachtete Wisentprojekt machen Schloss Berleburg vom 5. bis 7. Mai zum perfekten Tagungsort für den Landeskonvent.

60 Anmeldungen für Konvent

Rund 60 Mitglieder des Ordens aus ganz Deutschland haben sich bereits bei Dr. Kilias angemeldet. Eine ordentliche Zahl, wie der Obmann im Gespräch mit dieser Zeitung befindet. „Alle können natürlich nicht kommen, zumal wir auch viele ältere Mitglieder haben, die nicht mehr reisen können.“

Durch die Wittgenstein-Berleburg‘sche Rentkammer wird der Konvent in Vorträgen und auf einer Exkursion über die forstliche und jagdliche Bewirtschaftung der Waldflächen des Forstbetriebs informiert.

Das Spannungsfeld von modernem Waldbau und Naturschutz steht dabei im Vordergrund. Der Einsatz von Berufsjägern und das Konzept von Wildruhezonen werden betrachtet. Außerdem ist im Vorprogramm ein Besuch des „Naturerlebniszentrums Wisent-Welt-Wittgenstein“ vorgesehen, heißt es in der Einladung.

>>>Antaios-Medaille wird verliehen - Stiftung des Ordens zeichnet den Verband der Berufsjäger aus.

Die „Stiftung Wald, Wild und Flur in Europa“ der Landesgruppe Deutschland des Ordens „Der Silberne Bruch“ fördert u.a. weidgerechtes Jagen als wesentlichen Bestandteil europäischer Jagdkultur. Deshalb wird auf dem Konvent am 6. Mai der Stiftungspreis 2017 und die AntaiosMedaille an den Bundesverband Deutscher Berufsjäger e.V. (BDB) vergeben. Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 5000 Euro verbunden.

Es gibt rund 1000 Berufsjäger in Deutschland

In der Laudatio heißt es: „Der BDB ist die Standesorganisation der ca. 1000 in Deutschland tätigen Berufsjägerinnen und Berufsjäger. Er stellt sich erfolgreich den Herausforderungen durch die sich wandelnden Einstellungen der Gesellschaft zur Jagd und die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen für die Jägerschaft. Er setzt sich intensiv für die Erhaltung von weid- und tierschutzgerechtem Jagen und für die Pflege der bürgerlichen Jagdkultur ein.“ Die Auszeichnung des Verbands mit dem Stiftungspreis erfolgt für Verdienste des Bundesverbands, um die Förderung zukunftsweisender Initiativen bei der Ausbildung und des Einsatzes von Berufsjägern zur jagdbezirksübergreifenden Beratung bei der Jagdverwaltung, dem Bejagungsmanagement und der Hege.

Der BDB ist der 18. Preisträger der seit 1991 von der Landesgruppe Deutschland gegründeten gemeinnützigen Stiftung.

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