NRZ-Serie „Mensch am Mittwoch“

Brennen für die Feuerwehr

Alexander Janßen ist Mensch am Mittwoch und kommt aus Uedem. Er ist der neue Leiter der FFW Uedem

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Alexander Janßen ist Mensch am Mittwoch und kommt aus Uedem. Er ist der neue Leiter der FFW Uedem Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Uedem.   Alexander Janßen ist der neue Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Uedem. Neben seiner Familie ist ihm dieses Engagement das Wichtigste

Wenn der Melder piepst, dann muss Alexander Janßen alles stehen und liegen lassen. Dann ist Eile angesagt, ab ins Auto und zur Uedemer Wache der Freiwilligen Feuerwehr (FW). Rein in die Einsatzklamotten, rauf aufs Fahrzeug und ab... Unzählige Einsätze hat der erst 34-Jährige Janßen bereits mitgemacht. Unwetter, Brände, Verkehrsunfälle und andere Katastrophen mit seinen Kameraden gemeistert.

Nicht immer muss er dabei durchs Feuer gehen, aber immer brennt er für sein Ehrenamt. So sehr, dass sein Engagement auch anderen auffiel: Jüngst hat der junge Feuerwehrmann das Erbe als Leiter der FW von Gerhard Ingenerf übernommen, der nach 17 Jahren etwas kürzer treten wollte. Große Fußstapfen, in die er da tritt, aber sie scheinen zu passen.

Die Schuld des Vaters

Der Fachpfleger für Gesundheits- und Krankenpflege für Intensivpflege und Anästhesie ist seit seiner Jugend in der FW ehrenamtlich unterwegs. „Das ist die Schuld meines Vaters Jürgen – er ist auch Feuerwehrmann mit Leib und Seele und hat mich früh damit angesteckt“, lacht der sympathische Familienvater. Mit seiner Frau Jennifer und den beiden Söhnen lebt er auf dem elterlichen Derckshof in Uedem an der Perselstraße. „Vier Generationen leben hier“, erklärt er nicht ohne Stolz.

Bis im Frühsommer 2005 war es ein breit aufgestellter Vollerwerbshof. Heute können seine Kinder hier im ausgebauten Hinterhaus naturnah und bodenständig aufwachsen.

Zwischen Familie, Haus- und umfangreichen Gartenarbeiten kann sich der Leiter der FW dann von Job und Ehrenamt erholen. Zumindest solange, bis der Melder wieder piepst. Seine Frau unterstützt das Engagement ihres Mannes, gehört seit Jahresbeginn selbst zur FW und kümmert sich um den jüngsten Nachwuchs, die Flori-Kids. Ihren Mann sieht sie in geeigneter Position als Wehrleiter, der aktiv dabei ist. „Jürgen ist ein Perfektionist, steht immer sofort parat, lässt sich nicht so leicht ablenken und beißt sich durch, auch wenn’s mal schwierig wird.“ Außerdem mag er die Geselligkeit – und die ist in der FW ganz besonders wichtig.

Kameradschaft ist wichtig

Janßen: „Gute Kameradschaft und Zusammenhalt stehen ganz oben. Wir unterstützen uns alle irgendwie. In der Feuerwehr ist jeder wichtig! Wir besitzen als Gemeinschaft ein enormes ‘Rudelwissen’. Wir alle zusammen können schon einiges meistern.“

Dem jungen „Chef“ der FW ist klar, dass einiges an Mehrarbeit auf ihn zukommt. Schon dazu gekommen ist. Denn jetzt stehen nicht nur die normalen Dienst- und Übungsabende sowie Einsätze auf dem Plan. Jetzt muss er sich auch um Organisation, Koordination der FW kümmern. Außerdem gehören auch Auseinandersetzungen mit dem Rat und der Gemeinde Uedem zum Programm.

Aber zurück zu den Einsätzen: Durchschnittlich sind es im Schnitt so rund 40 bis 60 jährlich. 2017 kamen wegen der Unwetter nochmal 30 hinzu.

Macht einem Alexander Janßen aber nichts aus, der weiter für das Engagement in der FW brennen wird. Ganz bestimmt.

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