Portrait: Mensch am Mittwoch

Das Herz hängt am Niederrhein

Annette Derksen ist seit Oktober 2018 neue Leiterin der FBS Kleve am Regenbogen

Annette Derksen ist seit Oktober 2018 neue Leiterin der FBS Kleve am Regenbogen

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Kreis Kleve.   Annette Derksen leitet seit Oktober 2018 die FBS in der Schwanenstadt. Privat und beruflich ist der Kreis Kleve ihr Zuhause

Heimat ist da, wo das Herz wohnt. Kein abgedroschener Spruch, sondern gelebtes Gefühl von Annette Derksen. Die 38-Jährige ist seit Oktober 2018 Leiterin der Familienbildungsstätte (FBS) in Kleve und hat sich als Frontfrau der Bildungseinrichtung mittlerweile sehr gut eingelebt. „Ich habe ein tolles Team. Hier zu arbeiten bedeutet für mich nicht, einem Job nachzugehen, sondern mein berufliches Zuhause gefunden zu haben“, schildert die sympathische junge Frau, die die Leitung in Teilzeit innehat, überzeugend.

Aber nicht nur beruflich, auch privat ist der Niederrhein, besser gesagt der Kreis Kleve, immer schon ihre Heimat gewesen und geblieben. Die gebürtige Kleverin ist in Keeken aufgewachsen. Übrigens genauso wie ihr Ehemann, mit dem sie ihr privates Glück als Mutter zweier kleiner Mädchen in Kessel gefunden hat.

Kissenschlacht mit der Familie

Der ideale Tag beginnt dort nicht etwa mit einem gemütlichen Frühstück oder einer Tasse Kaffee im Bett, sondern mit einer Kissenschlacht mit der Familie. „Bei uns ist immer Leben im Haus und ich bin eben durch und durch ein Familienmensch“, lacht Annette Derksen. Ist ja auch nicht die schlechteste Voraussetzung, um eine FBS zu leiten.

Apropos Voraussetzung: Die hat sich Derksen auf einem etwas anderen Bildungsweg erarbeitet, als es einmal ursprünglich gedacht war. „Erst sollte ein Abschluss am Stein-Gymnasium die Schullaufbahn vollenden“, verrät sie, „aber ich bin dort schon 1995 wieder abgegangen und zur Hauptschule gewechselt.“

Weitere Schulbildung konnte nicht schaden

Nach der mittleren Reife folgte eine Ausbildung zur Arzthelferin und nach Ausbildungsende die Erkenntnis, dass eine weitere Schulbildung nicht schaden könnte. Am Berufskolleg wählte sie die Fachoberschule für Sozial- und Gesundheitswesen. Mehrere Praktika im sozialen Bereich prägten Annette Derksen. „Da wusste ich, was ich machen wollte.“ Nach der fachgebundenen Fachhochschulreife ging’s 2002 zum Studium der sozialen Arbeit nach Münster.

Aus zweierlei Perspektiven

Nach Studiums-Abschluss und Tätigkeit am Theodor-Brauer-Haus in Kleve folgte zweimal Mutterschaft (2013 und 2016). „Ich leitete Lern- und Spielgruppen in Kessel und Pfalzdorf. Deswegen kenne ich die Abläufe an der FBS auch aus Sicht einer Teilnehmerin und Dozentin“, schildert sie. Eine Erfahrung, die ebenfalls prägend und helfend war, um die Führung der FBS in Kleve aus mehreren Perspektiven zu sehen und optimistisch in Angriff zu nehmen. „2018 war ein turbulentes Jahr für das FBS-Kleve-Team, jetzt ist es wichtig, dass ich Ruhe rein bringe.“

Geheimnis einer guten Leitungsposition

Ihr Geheimnis einer guten Leitungsposition: „Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern und Teilnehmern ist sehr wichtig. Außerdem muss ich ein Klima schaffen, in dem offen alles angesprochen werden kann.“ Eine gelungene Leitung kennzeichne ein „Gleichgewicht zwischen dem guten Mitarbeiterkontakt und der Akzeptanz, meiner Entscheidungen.“

Geprägt ist Annette Derksens Grundhaltung übrigens vom Glauben, beruflich wie privat. „Das gibt Halt und Orientierung“, betont sie. Deswegen schätzt Derksen auch Gemeinsamkeit und Gesang im Kirchenchor von Reichswalde-Materborn. Außerdem ist ihr das Engagement als Lektorin in Kessel (St. Stephanus) wichtig.

Zwischendurch Kraft tanken

Kraft tankt sie darüber hinaus stets im Zusammensein mit ihrer Familie und – wenn es die Zeit zulässt – auf kleineren Reisen. Letztere lassen sie immer wieder nur zu gerne an den Niederrhein zurück kehren, eben weil hier ihr Herz wohnt.

Mehr Infos zur FBS Kleve gibt’s im Netz unter www.fbs-kleve.de

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