American Football

Erlebnisreiche und lange Super-Bowl-Nacht

Im gut gefüllten Kinosaal gaben sich Anhänger der New England Patriots und der Los Angeles Rams zu erkennen.

Im gut gefüllten Kinosaal gaben sich Anhänger der New England Patriots und der Los Angeles Rams zu erkennen.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.   Der Einladung der Iserlohn Titans zum Rudelgucken im Filmpalast folgen mehr als 200 Football-Freunde.

Der American-Football-Funke ist in der Nacht zu Montag wieder nach Iserlohn übergesprungen. Saal 1 des Filmpalastes wurde zum vierten Mal zur Super-Bowl-Fan-Arena, die nicht nur gut gefüllt war, sondern besser als in den Vorjahren. „Es waren diesmal deutlich über 200 Leute dabei, darunter viele bekannte Gesichter, die auch regelmäßig unsere Heimspiele besuchen.“, sagte Tanja Wiesenhöfer, Leiterin der Iserlohn Titans, der American-Football-Abteilung des TuS Iserlohn, am frühen Montagnachmittag im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Auch sie musste nach der langen Nacht erst einmal ausschlafen. Immerhin hatte sie dazu die Gelegenheit, ihr Arbeitgeber gab ihr den Montag frei. Gegen 22 Uhr kamen die ersten Gäste, zweienhalb Stunden vergingen bis Spielbeginn, und erst um 4.30 Uhr war das Spektakel vorbei. Um 5 Uhr fiel sie erschöpft ins Bett. Bis es soweit war, sei sie auch wegen der Vorbereitungen für diesen langen Abend knapp 24 Stunden auf den Beinen gewesen. „Vom Minderjährigen bis zum Rentner hatten wir alles dabei, darunter auch viele, die ein paar Stunden später zur Arbeit mussten. Aber für das Football-Ereignis des Jahres nimmt man diesen Stress gerne auf sich.“

Halbes Kino drückte dem Außenseiter die Daumen

Die Eindrücke sind noch frisch, Tanja Wiesenhöfer denkt gerne an die Nacht zurück. „Es wurde geklatscht, gegrölt und einfach miteinander geguckt. Die Stimmung war super.“ Und das, obwohl sich mit den New England Patriots der Favorit durchgesetzt hatte, die ihrer Erfahrung zufolge auch über eine vergleichsweise große Anhängerschaft in Deutschland verfügen. Sie selbst hielt es wie etwa die Hälfte aller Besucher im Filmpalast mit dem Außenseiter, den Los Angeles Rams, die beim 3:13 den Kürzeren zogen – in einem Finale, in dem historisch wenige Punkte erzielt wurden. Also kein Spiel, das dazu geeignet war, das Football-Fieber zu entfachen? „Das würde ich nicht so sagen. Es war ja ein sehr spannendes Spiel, das lange offen war. Die Patriots haben die entscheidenden Punkte erst kurz vor Schluss gemacht. Man musste also bis zum Ende gucken, um zu erfahren, wer gewinnt.“

Dafür dass beide Teams kein Offensiv-Feuerwerk abgebrannt haben, hat Tanja Wiesenhöfer Verständnis. „Super Bowl ist immer etwas Besonderes, auch die Spieler sind aufgeregt und nervös. Das hat man gemerkt.“

Enttäuscht zeigte sie sich von der Halbzeit-Show. Der Auftritt der Rockband Maroon 5 sei nicht so prickelnd gewesen. „Es kam überhaupt keine Stimmung rüber, der Wow-Effekt hat gefehlt.“ Doch die Abteilungsleiterin konnte ihre ganze Aufmerksamkeit auch gar nicht diesem vermeintlichen Höhepunkt widmen. Zeitgleich kümmerte sie sich darum, die Preise der Tombola zu verteilen. Unter anderem gab es Fanartikel der beiden Teams, denen die große Bühne gehörte.

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