Rettungsdienste

Feuerwehr in Ennepe-Ruhr-Kreis wird dezentral aufgestellt

Musste eine politische Niederlage einstecken: Landrat Olaf Schade.

Musste eine politische Niederlage einstecken: Landrat Olaf Schade.

Foto: Walter Fischer

Hattingen.   Die Kreisleitstelle und die Kreisfeuerwehrzentrale werden in Enepetal angesiedelt. Das Rettungszentrum kommt nach Witten.

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Jetzt ist es beschlossene Sache: Bei der Feuerwehr werden entgegen den Plänen von Landrat Olaf Schade nicht alle kreiseigenen Einheiten am Strückerberg in Ennepetal zentralisiert. Während dort eine neue Kreisleitstelle inklusive Kreisfeuerwehrzentrale entstehen soll, wird das Rettungsdienstzentrum an der Westfalenstraße in Witten gebaut. Schades eigene SPD war es, die noch am Tag der Kreistagssitzung auf Stimmenfang für ihren dezentralen Vorschlag ging. In geheimer Abstimmung votierten bei einer Enthaltung am Ende 34 Politiker für die Lösung an zwei Standorten, 31 dagegen.

Witten torpediert Schades Vorschlag

Es war einer von vielen Punkten, die in der Sitzung in Schwelm im Beisein hochrangiger Feuerwehrleute aus dem ganzen Kreisgebiet hitzig diskutiert worden waren. Bereits im Vorfeld war klar, dass die Sozialdemokraten aus Witten in ihrer Fraktion ein derart gewichtiges Wort sprechen, dass sie den Vorschlag ihres Landrats torpedieren würden. Fraktionsvorsitzender Daniel Pilz (Wetter) hatte dies bereits zwei Wochen zuvor angekündigt. Zur Begründung, ein Modul in Witten anzusiedeln, führte er aus, dass Synergien mit der nahen Rettungswache deutliche Vorteile böten.

Gegenfinanzierung über Rettungsdienstgebühren

Das Modul, zu dem die Zentraldesinfektion, Fahrzeughallen für die Reservevorhaltung des Rettungsdienstes und ein Lager für Medizinprodukte gehören, würde die Stadt Witten errichten und betreiben. „Die Gegenfinanzierung erfolgt weitgehend über die Rettungsdienstgebühren“, sagte Pilz und führte als Argument an, das kleinste der Module nach Witten auszulagern: „Das ist für die Verwaltung ohnehin nicht leistbar. Die Ressourcen bei den Baumaßnahmen sind durch Jobcenterbau und Schulumbau erschöpft.“

Einmalige Chance vergeben

Rückendeckung bekam er von der Fraktion der Freien Wähler/Piraten und von Linken-Fraktionschef Helmut Kanand: „Die Berufsfeuerwehr Witten spielt ohnehin in einer anderen Liga als die Freiwilligen Feuerwehren, sie kann das besser umsetzen.“ Außerdem lebten zwei Drittel der EN-Bevölkerung im Norden, dementsprechend seien die Einsätze verteilt.

CDU, FDP und Grüne wetterten dagegen, die Module auseinanderzuziehen. So werde eine einmalige Chance vergeben, polizeiliche und nicht-polizeiliche Gefahrenabwehr hoch effizient und im Krisenfall schnellstmöglich einsatzfähig zu strukturieren. Schnelle Krisenstäbe und räumlich enge Zusammenarbeit würden Fehlerquellen reduzieren.

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