Frettertal

Finnentroper Wende in Sachen Windenergie

So weit soll es, wenn es nach den Einwohnern geht,  im Frettertal nicht kommen: Montage eiines Windrades.

So weit soll es, wenn es nach den Einwohnern geht, im Frettertal nicht kommen: Montage eiines Windrades.

Foto: ERWIN POTTGIESSER

Finnentrop.   GroKo im Rat beschließt: Alle Planungen im Frettertal werden für längstens zwölf Monate auf Eis gelegt

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Der Rat der Gemeinde Finnentrop hat gestern Abend eine Kehrtwende in der Windkraftpolitik beschlossen. Auf Antrag der CDU beschloss eine GroKo aus Union, SPD und UWG alle Planungen in Sachen Windkraft für längstens zwölf Monate einzustellen und die Entwicklung der Landes- und Bundespolitik abzuwarten.

CDU-Fraktionsvorsitzender Ralf Helmig hatte argumentiert, dass im Rahmen der anstehenden Entscheidungen möglicherweise die Privilegierung von Windkraftanlagen abgeschafft werden könnte. Dann wären die Grundlagen für eine Bauleitplanung, wie sie Finnentrop betreibe, grundsätzlich anders. Sollte sich vor Ablauf der zwölf Monate herausstellen, dass sich nichts Wesentliches ändere, würden die Planungen wieder aufgenommen.

Gegenstimmen kamen aus der auf diesem Planeten eigentlich nicht für möglich gehaltenen gemeinsamen Opposition aus Bürgermeister Heß und der FÜR-Fraktion. Die Ablehnung speiste sich aber auch gegensätzlichen Motiven. Der FÜR-Fraktion ging der CDU-Antrag nicht weit genug, sie wollte die zwölf Monate festgeschrieben haben, Bürgermeister Dietmar Heß wollte den Antrag nicht mitverantworten. Er hatte daran erinnert, dass Ziel der Bauleitplanung sei, die Errichtung von Windkraftanlagen zu steuern und Wildwuchs zu verhindern: „Wer aus der Planung aussteigt, steigt aus der Steuerung aus.“ Außerdem erinnerte er an vertragliche Verpflichtungen, die die Gemeinde mit Investoren eingegangen sei: „Da sind zwölf Monate nicht zu rechtfertigen.“ Seine Befürchtung: Der Ratsbeschluss könnte der Gemeinde als Verhinderungsplanung ausgelegt werden und sie vor Gericht angreifbar machen.

Grund für Abstimmung war der Antrag von acht Bürgern aus dem Frettertal, die Bauleitplanung auszusetzen.

Zurückgestellt wurde von einer Ratsmehrheit auch ein Antrag der Mark-E, die gefordert hatte, das Suchgebiet nördlich von Ostentrop wieder auf den ursprünglichen Zuschnitt auszudehnen, weil Windräder nicht mehr 600 Meter Abstand zum Wanderweg Sauerland Höhenflug einhalten müssten. Große Teile der CDU und SPD wollten den Antrag zurückstellen, die FÜR-Fraktionen und Mitglieder anderer Fraktionen wollten ihn ablehnen. In zwei Abstimmungen, einmal namentlich, entschied sich der Rat für zurückstellen.

Dass die Nerven teilweise blank liegen, belegte eine kurze Unterbrechung, die Ralf Helmig einlegen musste, weil Bürgermeister Heß mit einem Serkenroder aneinander geriet, als Heß ihm das Filmen während der Ratssitzung verbat und darauf bestand, die Filmaufnahmen sofort zu löschen.

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