Paintball

Gevelsberger Team kämpft gegen Krebs und Vorurteile

Keine Häuserkulissen, sondern Plastikkissen sind auf dem Spielfeld. Es geht darum, den Buzzer zu erreichen.

Keine Häuserkulissen, sondern Plastikkissen sind auf dem Spielfeld. Es geht darum, den Buzzer zu erreichen.

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de

Gevelsberg.   „Fight Against Cancer“ will das Image des Paintball-Sports verbessern und einen Beitrag gegen die Krankheit leisten, die eine Spielerin belastete

Sie kämpfen an zwei Fronten: Gegen den Krebs und die Vorurteile. „Fight Against Cancer“ ist eine Gevelsberger Paintball-Mannschaft, die erst vor einem Monat gegründet wurde, noch nie auf dem Platz gestanden ist, aber bereits weit über tausend Euro an Spenden zur Unterstützung von Krebs-Initiativen gesammelt hat.

„Wir haben es schwer“, sagt Susanne Peters. Die 44-Jährige meint damit nicht ihre eigene Krebserkrankung, die vor vier Jahren bei ihr festgestellt wurde. Ein Jahr lang wussten sie und ihr Partner, der Fotograf und Air-Picture-Chef Jens Pommerenke, nicht, wie ihr Leben weiter gehen wird. Monate zwischen Hoffen und Bangen. Seitdem engagiert sich das Paar im Kampf gegen die gefährliche Krankheit.

Beim Termin den Sport entdeckt

Nun kam die Idee auf, dies mit dem neuen Hobby zu verbinden, das er durch die Fotografie bei einem Termin in Ennepetal entdeckt hat. Seit einem Jahr betreibt Jens Pommerenke Paintball und ist begeistert. Von dem Sport und von denen, die ihn ausüben: „Es sind normale, nette Leute. Keine, die Aggressionen herauslassen wollen“, versichert er.

Schnelligkeit und Körperbeherrschung

„Das ist Sport“, versichert Pommerenke. Man brauche Schnelligkeit und Körperbeherrschung. Auch gehöre eine Menge Taktik hinzu. Die Plastikkissen, hinter denen die Spieler sich ducken, werden an jedem Spieltag anders positioniert. „Wir sehen uns das genau an, um Laufwege auszutüfteln“, sagt der Gevelsberger. Auch werde der Gegner im Vorfeld beobachtet: „Dabei sehen wir, ob die Mannschaft immer gleich vorgeht oder nach unterschiedlichen Varianten vorgeht.“ Die Kugeln dürfen auch nicht mit roter Farbe, die an Blut erinnert, gefüllt werden. Markiert wird der Gegner mit gelb oder grün.

Natürlich haben die Markierer einen Lauf und einen Abzug wie eine Pistole. Und auch die Spieler sehen mit ihren Masken und Anzügen nicht eben wie Sympathieträger aus. „Wir brauchen aber Schutzkleidung“, argumentiert Susanne Peters, die von ihrem Mann mit dem Paintball-Virus angesteckt wurde.

Jens Pommerenke stand für eine Dortmunder Oberliga-Mannschaft auf dem Spielfeld, bevor er sich entschloss, sein eigenes Team auf die Beine zu stellen. Die Spieler als Kämpfer gegen den Krebs zu bezeichnen und Geld für die Betroffenen und die Erforschung der Krankheit zu sammeln, sei in der Szene „wie ein Lauffeuer“ herumgegangen. Die Gevelsberger Spieler zahlen zum Beispiel Rabatte, die sie als Team erhalten, in die Spendenkasse ein. Die Beiträge von passiven Mitgliedern landen auch dort. Die Spendendose in Form einer Krebszelle steht bei Events und Turnieren, haben sich die Spieler vorgenommen. „Ich war vor ein paar Tagen auf einer Fachmesse und da hat mich ein Besucher angesprochen, ob wir auch Bargeld nehmen. Er wollte unbedingt eine Spende los werden“, sagt der Gevelsberger Team-Kapitän. Und was wird werden, wenn „Fight Against Cancer“ im kommenden Jahr erst einmal den Spielbetrieb in der Landesliga aufnimmt?

Der Bedarf im sportlichen Teil der Paintball-Szene ist anscheinend groß zu zeigen, dass es hier nicht darum geht, den Tod zu simulieren, sondern ein Team auch dazu beitragen will, dass Menschen die Chance erhalten, länger leben zu können.

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