Center-Legende starb überraschend im Alter von 57 Jahren:

Hagener Basketballer trauern um "Pinky" Smith

Foto: WP

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Die Nachricht vom plötzlichen Tod von Robert „Pinky” Smith hat in der Hagener Basketball-Szene tiefe Trauer und Bestürzung hervorgerufen. Der ehemalige Center ist im Alter von 57 Jahren in Jacksonville/Florida nach einem Herzstillstand am Dienstag verstorben.

Es hat viele Amerikaner im Hagener Basketball gegeben, die meisten blieben nicht lange. Robert Smith dagegen, den alle nur „Pinky” nannten, spielte in den Siebzigern sechs Jahre für SSV und TSV 1860 - und kehrte nach seiner aktiven Karriere häufig an die Volme zurück, zuletzt vor anderthalb Jahren.

„Pinky gehörte hier fast zum Inventar und hat sich Hagen immer verbunden gefühlt”, erinnert sich Peter Krüsmann an seinen ehemaligen Weggefährten: „Er war einer der ganz großen Basketballer, die hier gewesen sind.” Als Smith 1974 vom US-College in San Diego zum damaligen deutschen Meister SSV Hagen kam, war Krüsmann sein Teamkollege. Da Spielmacher Jimmy Wilkins die damals nur eine erlaubte Ausländerstelle besetzte, durfte Smith ein Jahr nur im Europacup - immerhin bis zum Viertelfinale - und beim deutchen Pokalsieg 1975 spielen, war ansonsten in der Regionalliga-Reserve aktiv. Nach Wilkins' Wechsel zum UBC Münster spielte Smith noch zwei Jahre für den SSV in der Bundesliga, anschließend drei Spielzeiten für Lokalrivale TSV 1860 und später noch in Aachen. Durch sein soziales Engagement erwarb er sich daüberhinaus viele Sympathien, während seines Wirkens an der Gesamtschule Helfe lernte er seine aus Hagen stammende Ehefrau Andrea kennen.

„Kein anderer Amerikaner hat es so lange hier ausgehalten”, erinnerte sich Smith, als er im Sommer 2007 für eine Hüft-Operation bei Phoenix-Mannschaftsarzt Dr. Helmut Queckenstedt nach Haspe gekommen war und die Visite mit einem Besuch zu Krüsmanns 60. Geburtstag verband. „Ich habe noch sehr viele Freunde in Hagen”, sagte Smith damals, der nach seiner sportlichen Karriere lange als Sozialarbeiter und Seelsorger in der Gemeindearbeit auf den Seychellen wirkte: „Ich habe die Stadt mit ganzem Herzen geliebt. Wenn man in Hagen mein amerikanisches Soziologie-Diplom anerkannt hätte, wäre ich vielleicht durchgängig geblieben.”

In Jacksonville, wohin die Familie 2007 wegen der Ausbildung der beiden Töchter Rebecca (16) und Debbie (15) zog, erlitt "Pinky" Smith nun einen Herzstillstand. Völlig überraschend, wie Angelika Beier-Witt von Smith' Ehefrau Andrea erfuhr. Noch im vergangenen Herbst war die befreundete Familie des ehemaligem 1860-Mitstreiters Wolfgang Witt in Florida zu Besuch. Mit ihnen trauert nun die Hagener Basketball-Szene.

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