Hambi-Proteste

Hambacher Forst: Erneut Bäume gefällt - wohl für Baumhäuser

Aufnahme vom Januar: Weiterhin besetzen sogenannte Aktivisten Baumhäuser im Forst und attackieren die Polizei.

Aufnahme vom Januar: Weiterhin besetzen sogenannte Aktivisten Baumhäuser im Forst und attackieren die Polizei.

Aachen.   Die Polizei fand 50 frische Stümpfe - und neue Behausungen, die aus neu geschlagenen Holz gebaut wurden. Die Protestszene hat sich verändert.

Trotz des derzeitigen Rodungsstopps sind im Hambacher Forst in jüngster Zeit einige Bäume gefällt worden - nach Angaben der Aachener Polizei jedoch nicht von RWE. Bei einer Waldbegehung entdeckten die Beamten demnach neue Baumhäuser, für die teilweise Holzstämme mit frischen Schnittkanten verbaut worden seien. Gleichzeitig fanden die Polizisten etwa 50 Baumstümpfe frisch geschlagener Bäume. Diese seien nicht von RWE gefällt worden. «Wir unterstellen hier niemandem etwas, sondern beschreiben nur einen Zustand», betonte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Der Energiekonzern wolle Strafanzeige stellen.

Insgesamt hat die Polizei nach Angaben des Sprechers rund 50 Holzkonstruktionen - Baumhäuser oder Plattformen - in Bäumen festgestellt, die seit vergangenem Oktober errichtet worden seien.

Polizeipräsident betont: Es gibt derzeit keinen Grund für Besetzungen

Aachens Polizeipräsident hatte jüngst die friedlichen Umweltschützer im Hambacher Forst dazu aufgefordert, sich klar von gewalttätigen Aktivisten zu distanzieren. «Wir müssen die Straftäter aus dem Wald holen und gegen sie ermitteln – und den friedlichen Teil überzeugen, dass die Ziele erreicht sind», sagte der zuständige Polizeichef, Dirk Weinspach. Einige wenige würden seit Wochen Polizisten und RWE-Mitarbeiter attackieren, obwohl die Rodung des Waldes mittlerweile vom Tisch ist. Weinspach betonte, eine reale Gefahr für den Wald bestehe derzeit nicht. Die Besetzung des Waldes müsse sich also auf symbolische Reste beschränken, die nicht im Widerspruch zum Bauordnungsrecht oder zum Forstrecht stünden.

Das NRW-Innenministerium hatte jüngst erklärt, dass sich die Besetzerszene in dem Wald am Braunkohle-Tagebau Hambach seit Aktionen des Bündnissen Ende Gelände im November 2017 verändert habe. Sie setze sich jetzt aus Autonomen aus dem ganzen Bundesgebiet und dem europäischen Ausland zusammen und zeichne sich durch eine erhöhte Konfrontationsbereitschaft und Militanz aus. (mit dpa)

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