Sammlung und Historie

Schwelm.  „Netzwerk Museum. neue Wege, neue Besucher“ – Dies ist das Motto des 41. Internationalen Museumstags, der jährlich vom Internationalen Museumsrat ICOM ausgerufen wird. In Schwelm lud der städtische Fachbereich für Schule, Kultur und Sport zu einem Rundgang im Haus Martfeld ein. Bürgern wurden in verschiedenen Führungen durch die Schwelmer Stadtgeschichte geleitet.

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„Netzwerk Museum. neue Wege, neue Besucher“ – Dies ist das Motto des 41. Internationalen Museumstags, der jährlich vom Internationalen Museumsrat ICOM ausgerufen wird. In Schwelm lud der städtische Fachbereich für Schule, Kultur und Sport zu einem Rundgang im Haus Martfeld ein. Bürgern wurden in verschiedenen Führungen durch die Schwelmer Stadtgeschichte geleitet.

Einst militärischer Kontrollpunkt

Der Museumstag in Schwelm begann mit einem Rundgang durch die Dauerausstellung des Hauses Martfeld. Die Kuratorin, Dr. Bärbel Jäger, gab zunächst allerdings einen Rundumschlag zum Rittergut des Hauses Martfeld, denn das Haus durchlebte eine wechselvolle Geschichte. „Der Bau wurde von mehreren Familien bewohnt, seinen Ursprung hat er jedoch etwas außerhalb des Geländes“, berichtete Bärbel Jäger. Gegenüber der Kapelle, auf einem künstlichen Erdhügel, befand sich nämlich ein mit Felsen fundamentierter Wehrturm, der als militärischer Kontrollpunkt diente. Im Lauf der Zeit entstand durch das Rittergeschlecht Heinrich von Wandhof das erste Steinhaus in Form des Rundturms, in dem heute das Münzkabinett Platz findet. Dieser Rundturm wurde von Rittern als Zoll und Wehrstation genutzt und lag an einer wichtigen Handelsstraße zwischen Frankfurt, Dortmund und Köln.

„Im 17. Jahrhundert wurde die Anlage von einer Kaufmannsfamilie errichtet und schlossähnlich gestaltet“, erklärte Bärbel Jäger. Verschiedene Wappen verdeutlichen noch heute, welche Familien im Haus Martfeld lebten. Wo sich heute das Museum befindet, war früher eine Unterbringung von Pferden und dort, wo heute verschiedene kulturelle Veranstaltungen stattfinden, war früher ein Lagerraum.

Seinen Anfang hat die Dauerausstellung in den 1980er Jahren. In den verschiedenen Räumen wird chronologisch die Schwelmer Stadtgeschichte von Region- und Besiedlungsgeschichte bis hin zur Industrialisierung realisiert. Geografische Charakteristika, die Ermordung von Erzbischof Engelbert, eine Fossiliensammlung und verschiedene Handschriften sind Teil der ersten Räume und zeigen die frühen Entwicklungen.

Durch kleinbürgerliche Gewerbe im Bereich Textil und Eisen erlebte Schwelm einen Aufschwung. „Der Wohlstand Schwelms machte sich in der Kultivierung des Haushalts sichtbar“, sagte Bärbel Jäger und verwies auf die vielen ausgestellten Gebrauchsgegenstände des Museums. Im Obergeschoss befinden sich schließlich Exponate der Industrialisierung. Alte Goldwaagen und verschiedene Webmaschinen zeigen die für Schwelm wesentlichen Entwicklungen im Textil- und Eisengewerbe. Für die Dauerausstellung ist zukünftig eine Umstrukturierung der Räume geplant. Hierzu besteht bereits ein grobes Konzept.

Bei zwei folgenden Führungen durch Bärbel Jäger wurde am Museumstag noch die wechselnde Sonderausstellung sowie die Außenanlage gezeigt. Auch die Historische Bibliothek lockte Gäste mit Kurzführungen des Vereins für Heimatkunde durch ihre wertvollen Bestände. Die kleinsten Besucher konnten zudem bei einer Rallye durch das Museum ihren Entdeckergeist erwecken.

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