Energiekosten

So unterstützt der Staat die Energieeffizienz

Eine energetische Sanierung lohnt sich, weil sich langfristig Kosten einsparen lassen. Der Staat greift unter die Arme.

Eine energetische Sanierung lohnt sich, weil sich langfristig Kosten einsparen lassen. Der Staat greift unter die Arme.

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Essen.  Zumindest auf längere Sicht rechnen sich Dämmung und Dichtung der eigenen Immobilie. Und der Staat hilft bei der persönlichen Energiewende mit.

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151,167, 430 – wer in seiner Immobilie die Energiekosten senken will, der sollte solche Zahlen kennen. Denn dahinter verbergen sich Förderprogramme, mit denen der Staat den Eigentümern massiv unter die Arme greift. Private Verbraucher sind nämlich neben Stromerzeugern, Unternehmen und der Mobilität der wichtigste Eckpfeiler bei der ökologischen Energiewende, die in Deutschland im vollen Gang ist.

Um die Klimaziele der Vereinten Nationen zu erreichen, muss auch in den Millionen Immobilien der Bürger in den kommenden Jahren noch einmal mächtig Energie gespart werden. Die Bundesregierung stellt jährlich zwei Milliarden Euro bereit, damit Immobilien weniger CO ausstoßen. Dazu gibt es unzählige kommunale, Bundes- und Landesprogramme – vor allem aber die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die zentrale Förderbank des Bundes hat unter den oben genannten Zahlen Programme aufgelegt, mit denen Immobiliensanierer an verbilligte Darlehen für die bessere Energieeffizienz kommen.

Im Energiepass jedes Objektes steht die Energieeffizienzklasse des Objekts, ganz ähnlich ausgewiesen wie bei Kühlschränken, Autos oder Fernsehern. So kann der Käufer gut die Effizienz beurteilen – und wie er sie noch verbessern kann. Das wichtigste Ziel der staatlichen Förderung ist es, auf dieser Basis den Energieverbrauch zu reduzieren. So ergibt sich auch direkt eine Einsparung an den regelmäßigen Betriebskosten für Heizöl, Erdgas oder Strom. Bei alten, unsanierten Immobilien können dies schon mal bis zu 75 Prozent sein. Durch den reduzierten Energieverbrauch sinkt zudem auch die Umweltbelastung entsprechend. Und nicht zuletzt: die Wohnqualität steigt.

Das sind die vier Hauptprogramme

Energieeffizient sanieren – der Kredit (151,152)

Für das Veredeln zum KfW-Effizienzhaus oder einzelne energetische Maßnahmen gibt die Bank bis zu 100.000 Euro für jede Wohnung bei Sanierung zum KfW-Effizienzhaus oder 50.000 Euro bei Einzelmaßnahmen oder Maßnahmenpaketen. Der Zinssatz liegt mit derzeit ab 0,75 Prozent effektivem Jahreszins sehr niedrig. Zusätzlich können alle, die Wohnraum energetisch sanieren oder sanierten Wohnraum kaufen, bis zu 27.500 Euro Zuschuss zur Kredittilgung erhalten.

Energieeffizient sanieren – der Investitionszuschuss (430)

Für die Sanierung zum KfW-Effizienzhaus oder einzelne energetische Maßnahmen gibt es hier bis 30.000 Euro Zuschuss je Wohnung für private Eigentümer, die sanieren oder energetisch sanierten Wohnraum kaufen. Der Zuschuss kann flexibel mit anderen Fördermitteln kombiniert werden.

Energieeffizient sanieren – der Ergänzungs­kredit (167)

Wer seine Heizung auf erneuerbare Energien umstellt, kann bis 50.000 Euro Kredit je Wohnung bei zehn Jahren Kreditlaufzeit mit dem festen Zinssatz von derzeit 1,31 Prozent effektivem Jahreszins bekommen.

Energieeffizient bauen und sanieren – der Zuschuss zur Baubegleitung (431)

Für die Planung und Baubegleitung durch einen Experten für Energieeffizienz übernimmt die KfW die Hälfte der Kosten bis zu 4000 Euro Zuschuss pro Vorhaben. Der Zuschuss ist auch geeignet, um Zertifikate für nachhaltiges Bauen zu erstellen. Achtung! Er kann nur in Kombination mit den Produkten 151/152 , 430 oder 153 (s. Infokasten) genutzt werden.

>>> Auch beim Neubau gibt es Energieförderung

Vor allem mit seinem Programm zum energieeffizienten Bauen hilft die KfW effektiv. Gefördert wird in drei Klassen: Beim Neubau belohnt die KfW die Standards KfW-Effizienzhaus 40 Plus, 40 und 55. Dahinter verbirgt sich etwas ganz Einfaches: Ein KfW-Effizienzhaus 55 hat einen sogenannten Jahresprimärenergiebedarf von nur 55 Prozent eines vergleichbaren Neubaus nach der Energieeinsparverordnung. Um so einen Standard zu erreichen, empfehlen die Experten der Bank etwa „Holzpellet-, Biomasseheizung oder Wärmepumpe, Solaranlage für Trinkwassererwärmung, Außenwanddämmung 18 Zentimeter, Dachdämmung 24 Zentimeter oder Fenster mit Dreifachverglasung und Spezialrahmen. Ein Energieberater kann dazu passgenau die beste Kombination heraussuchen. Das passende Förderprodukt dafür ist der Kredit Energieeffizient Bauen (153).

Die Förderung in Form eines Tilgungszuschusses oder günstigen Kredites fällt umso höher aus, je besser die Effizienz. Bekommen können Sie einen Kredit über maximal 100.000 Euro für derzeit 1,06 Prozent effektiven Jahreszins. Wenn Sie zusätzlich Geld sparen, müssen Sie zudem weniger zurückzahlen: bis zu 15.000 Euro mit dem Tilgungszuschuss.

Die KfW ist die wichtigste, aber nicht die einzige Fördereinrichtung für energetische Sanierung. Einen Überblick geben die Suchportale http://www.energiefoerderung.info und http://www.foerderdatenbank.de

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