Geschichte(n)

„So war es früher“ auf den Gabentischen

Irmtraud Vollmer im WP-Leserladen mit den Ausgaben von „So war es früher". In der linken Hand hält sie Band 2 und 3, rechts den ganz neuen 4. Band. Das Erstlingswerk ist ausverkauft und momentan nicht lieferbar.

Foto: Marc Friedrich

Irmtraud Vollmer im WP-Leserladen mit den Ausgaben von „So war es früher". In der linken Hand hält sie Band 2 und 3, rechts den ganz neuen 4. Band. Das Erstlingswerk ist ausverkauft und momentan nicht lieferbar. Foto: Marc Friedrich

Menden.   5000 Bücher und hunderte WP-Berichte machen „So war es es früher“ einzigartig. Interview mit Autor Claus-Peter Levermann.

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Seit Jahren gilt es schon wie ein ehernes Gesetz. Ein Buch mit ganz besonderen Mendener Geschichten wird im Advent an ehemalige Mendener in aller Welt verschickt. Manchmal sind die Geschenkwege auch kürzer, weil die Bände direkt für die weihnachtliche Bescherung gekauft werden.

So oder so: Die Buchreihe „So war es früher“ ist ein Verkaufsschlager geworden. Heinz-Jürgen Czerwinski sprach mit Autor Claus-Peter Levermann.

Aus Ihrer anfänglichen Kolumne, die regelmäßig samstags in der WP erscheint, sind mittlerweile sogar vier Bücher in nur fünf Jahren geworden. Da stellt sich die Frage nach einem Erfolgsrezept.

Levermann: Ich habe jetzt die Freiheiten, die ich früher als Leiter der WP-Lokalredaktion Menden eben nicht in diesem Maße hatte, weil mir die Zeit dafür fehlte. Ich kann mich in besonderer Weise um Geschichte und Geschichten kümmern. Und dazu gehören auch viele Menschen, die mir immer wieder Tipps geben. Mit Klaus Kimna habe ich einen ausgezeichneten Anwalt, der mir unglaublich gut bei der Fotorecherche behilflich ist und mir viele Bilder zur Verfügung stellt.

Kann man sich „So war es früher“ also auch als durchaus lebendigen Dialog vorstellen?

So kann es man es umschreiben. Ich habe eine Fülle von eigenen Ideen. Nicht minder aber machen mich auch WP-Leser auf Sachverhalte aus alten Zeiten aufmerksam. Ich versuche die Geschichten in ihrer jeweiligen Zeit zu verstehen und dem Leser rüber zu bringen. Ich möchte Information mitgeben, weil man erst dann versteht, wie unsere Altvorderen so und nicht anders fühlten und handelten.

Als ich mit der Serie im November 2012 anfing, bin ich auf so viel Not und Elend aus Kriegs- und Nachkriegsjahren gestoßen, dass ich mich bei dem fassungslosen Ausruf ertappt habe: „Wie habt Ihr Mütter uns Kinder bloß groß gekriegt?“ Und das galt meiner Mutter ebenso wie Tausenden anderer Mütter in Menden und Umgebung. Und dann wird man ganz bescheiden.

„So war es früher“ ist also immer auch ein dynamischer Prozess.

Absolut. Häufig steht am Beginn erst einmal eine Idee. Wohin die Reise dann geht, stellt sich oftmals nach der vertiefenden Recherche heraus. Das ist dann auch für mich immer wieder spannend.

Das klingt so, als sei jeglicher Reaktionsschluss in weiter Ferne...

Mein Schreibtisch ist voll.

Es gibt noch viele Beiträge, die es bislang noch nicht in die Bücher geschafft haben. Da muss ich so manchen Tippgeber um etwas Geduld bitten.

Drei bislang stark gefragte Bücher, der im Spätsommer erschienene vierte Band verkauft sich ebenfalls sehr gut. Etwa 5000 Exemplare kommen da zusammen. Da kann man als Autor doch stolz sein?

Ich selbst nehme mich da nicht wichtig und habe ja auch von Beginn auf Honorare durch den Verkauf verzichtet. Was mich mit Stolz erfüllt ist, dass stattdessen jeweils namhafte Spenden für die Hilfsaktion für Mendener in Not zur Verfügung gestellt werden. An dieser Aktion hängt seit mehr als 20 Jahren mein Herz.

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