Der Schutzpatron der Kinder

Was sich der Nikolaus wünscht

Der Nikolaus hat zurzeit viel zu tun.

Der Nikolaus hat zurzeit viel zu tun.

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Kleve.  Der Schutzpatron der Kinder hat alle Jahre wieder im Dezember viel zu tun. Auch in Kleve. Trotzdem nahm er sich Zeit für ein Gespräch mit der NRZ.

Er ist heiliger Schutzpatron der Kinder und schon ziemlich alt. Der Nikolaus. Es ranken sich zahlreiche Geschichten um ihn, jenen Bischof Nikolaus von Myra, der einst in Kleinasien lebte. Der 6. Dezember, ist sein Tag. Arbeitsreich. Sehr sogar. Aber Rainer Bies, der an der Spitze des Nikolaus-Organisationsteams für den Besuch in Kleve steht, hat es geschafft, der NRZ Kleve einen Gesprächstermin zu vermitteln.

Um Kinder zu besuchen, ist Nikolaus nahezu ständig an vielen Orten gleichzeitig unterwegs. Und er verlegt Termine vor. So wie in Kleve. Da war er schon am 1.Sonntag im Dezember, um die Kinder zu begrüßen und Freude und Weckmänner zu verteilen.

„Ich bin kein Pseudo-Erziehungsmittel“

„Leider nutzen immer noch viele Eltern mein Erscheinen aus, um mich und meinen besten Freund Ruprecht als pädagogisch erhobenen Zeigefinger zu missbrauchen“, ärgert sich Nikolaus. „Dabei bin ich der Schutzpatron der Kinder und kein Pseudo-Erziehungsmittel!“ Fast trotzig stampft er dabei mit seinem goldenen Bischofsstab auf die Erde. Dabei umklammert er das schwere goldene Buch.

Da soll doch auch fast alles an guten und schlechten Dingen drin stehen, die die Jungen und Mädchen so im Jahresverlauf gesagt, getan und gemacht haben. Also doch ein pädagogischer Zeigefinger? Der Nikolaus schüttelt lachend seine weiße Mähne. „Nein, nein, da drin habe ich alle Memos an mich gesammelt. Eine Art Gedächtnisstütze, damit ich nicht plötzlich sprachlos vor den Menschen stehe, die ich besuche.“ Der Nikolaus lächelt verlegen. „Bin ja schließlich nicht mehr der Jüngste.“

Zur 750 Jahr Feier war Nikolaus ein Geschenk

Der Besuch in Kleve ist für den Nikolaus immer wieder toll. Er erinnert sich noch daran, wie alles begann: Zur 750-Jahr-Feier war es ein Geschenk der Geschäftsleute an die Stadt Kleve, dass sie den Nikolaus überredeten, per Boot und Kutsche in die Stadt zu ziehen. Das freute den Nikolaus, denn: „Geschenk heißt: Es geht nicht darum, einen Rock oder eine Bluse mehr zu verkaufen, sondern darum, die Klever und die vielen Gäste an diesem Tag glücklich zu stimmen.“

Besonders toll empfindet es der Nikolaus, dass in Kleve ein starkes Organisationsteam alles bestens vorbereitet und Familien am Spoykanal so toll mitmachen und so schön die Straßen schmücken. „Da kommen sogar mir die Freudentränchen“, gibt der Schutzpatron der Kinder zu. „Im Schatten der Schwanenburg fühle ich mich immer geborgen und wie zu Hause.“

Erlebnisse, die den Bischof sehr rühren

Apropos Tränchen: Fast jedes Mal gibt’s Erlebnisse, die den Bischof sehr rühren. In diesem Jahr ist es eine Frau gewesen, die Jahr für Jahr mit ihrer Schwester die Ankunft des Nikolaus in Kleve begrüßte. Doch jetzt war ihre Schwester verstorben. „Sie bat um ein Foto mit mir, um es nach oben zu schicken. Gesagt – getan. So konnte ich Trost spenden.“

Ein anderes Mal hatte ein Mädchen auf der Brücke engelsgleich gesungen. „So schön, dass Ruprecht und ich sie baten, oben am Elsabrunnen noch einmal für alle so toll zu singen. Das hat sie auch getan – es war ein unglaublich schönes Erlebnis!“

Und da sind wir auch schon bei der Frage, was denn der Nikolaus sich wohl wünscht. „Dass Kinder wieder draußen spielen und singen und viel weniger an den elektronischen Medien hängen.“

Sieht Nikolaus beim Weihnachtsmann rot?

Was die NRZ noch interessiert: Sieht der Nikolaus im wahrsten Sinne des Wortes rot, wenn er den Weihnachtsmann trifft? „Also in Kleve haben wir ein neutrales Verhältnis. Okay, der Dicke ist ziemlich konsumorientiert und nicht heilig. Er hat mit Kirche nichts an der Weihnachtsmannmütze und trinkt coffeinhaltige Limonade. Aber die Klever sind ein tolerantes Völkchen – warum sollten sie den Zugezogenen aus Übersee nicht gut finden?“ Nach einer kurzen Pause verrät der Nikolaus: „Habe jetzt vernommen, dass in der Schwanenstadt der coolste Weihnachtsmann gesucht wird. Solchem Kommerz-Wettbewerben muss ich mich als Nikolaus Gott sei Dank gar nicht erst stellen.“

Mit der Zeit geht Nikolaus dennoch: Er hat schon lange eine Homepage und ist auf Facebook vertreten, z.B. hier: www.bischof-nikolaus.de und http://www.facebook.com/BischofNikolaus.

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