Harnwegsinfekt

Wenn die Blase schmerzt und sticht

Foto: imago stock&people

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Essen. Wenn es beim Wasserlassen brennt und jeder Tropfen Harn Schmerzen verursacht, ist oft eine Blasenentzündung schuld. Es gibt einige Tipps, wie man dem Infekt vorbeugen kann.

Von einer Blasenentzündung (Zystitis) sind Frauen häufiger als Männer betroffen. Jede Zweite erkrankt im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an einer Harnwegsinfektion. Das hat anatomische Gründe: Die Harnröhre der Frau ist viel kürzer als die des Mannes. Bakterien haben es somit leicht, dort einzudringen. Häufig sind es Kolibakterien, die den Infekt verursachen. Falsch durchgeführte Hygienemaßnahmen sind oft die Ursache. Frauen sollten sich immer von der Scheide in Richtung des Afters abtrocknen, das verhindert das Eindringen der Darmbakterien in die Harnröhre.

Nässe und Kälte führen leicht zu einer Blasenentzündung. Darum gilt besonders im Sommer: Nasse Badebekleidung ausziehen, den Körper gut abtrocknen und in trockene Kleidung schlüpfen.

Flitterwochen-Zystitis

Eine weitere Ursache für Blasenentzündungen kann ein reges Sexualleben sein. Diese Form der Infektion wird auch „Flitterwochen-Zystitis“ genannt. Häufiger Sexualkontakt kann zur Reizung von Vagina und Harnröhrenmündung führen. Vermutlich werden die eher harmlosen Kolibakterien in die Harnöhre „einmassiert", was zu Irrritationen führt.

Häufiger Harndrang, das typische Brennen beim Wasserlassen und ein Ziehen im Unterbauch sind unangenehme Begleiterscheinungen. Deshalb sollte die Blase nach dem Geschlechtsverkehr unbedingt entleert werden, damit die Keime ausgespült werden.

Was tun, wenn es schmerzt?

Trinken hilft. Bei einer leichten Entzündung sind Wasser und Tee ein gutes Mittel. Bärentraubenblättertee wirkt desinfizierend und beruhigend.

Bakterien mögen keine Säure. In Preiselbeeren sind Chinin- und Hippursäure enthalten, die den pH-Wert des Urins senken. Preiselbeersaft gibt es im Reformhaus. Dieses saure Milieu verhindert, dass die Keime gedeihen können. Ein Teelöffel Natron in ein Getränk verringert ebenfalls die Harnsäure im Urin.

Wärme tut gut. Füße und Unterleib immer warm halten. Baumwollunterwäsche ist angebrachter als Kunstfasern, weil sie bei 60 bis 90 Grad waschbar ist. Diese hohen Temperaturen mögen die Bakterien nicht.

Ruhe ist angesagt. Zuviel Stress schwächt das Immunsystem und das ist schlecht bei einem Infekt. Ausgewogene Ernährung und viele Vitamine helfen bei der Heilung.

Vorbeugen ist besser

In eine gut durchspülte Blase können sich Bakterien schlecht einnisten. Darum sollten täglich mindestens zwei bis drei Liter Wasser oder Tee getrunken werden. Blasen- und Nierentees eignen sich besonders gut, weil sie Pflanzenextrakte enthalten, die die Niere zur Harnproduktion anregen und desinfizierend wirken. Die Blase sollte ohnehin regelmäßig und vollständig entleert werden. Häufiges Wasserlassen verringert die Gefahr einer Harnwegsentzündung.

Vorsicht bei Fieber

Wenn die Beschwerden nicht nachlassen oder schlimmer werden, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Bei Fieber oder Blut im Urin ist eine schnelle Reaktion erforderlich. Aus einer Blasenentzündung kann nämlich leicht eine Nierenbeckenentzündung werden, deren Verlauf von Fieber, Unterleibsschmerzen und Übelkeit geprägt ist. Dann hilft nur noch ein Antibiotikum.

Es ist wichtig, die Medikamente nach Vorschrift des Arztes zu nehmen, auch wenn man scheinbar beschwerdefrei ist. Durch eine Urinanalyse stellt der Arzt fest, ob die Erkrankung vollständig abgeklungen ist.

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