Medizinische Versorgung

Auch im Notfall: Der nächste Arzt hilft sofort

Foto: Manuela Schwerte/press

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Schwerte.Der Bericht über die neue Organisation des hausärztlichen Notfalldienstes zum 1. Februar hat für Nachfragen in der Leserschaft gesorgt. Deshalb folgt jetzt noch einmal die Darstellung über den hausärztlichen Notfalldienst und den Einsatz von Notarzt und Rettungsdienst.

Der Rettungsdienst samt Notarzt ist der richtige Adressat, wenn ein Mensch lebensbedrohliche Verletzungen hat, der Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall vorliegt, wie auch nach einem Verkehrsunfall. Nach dem Wählen der Telefonnummer 112 wird man mit der zuständigen Kreisleitstelle verbunden, die für den heimischen Bereich in Unna angesiedelt ist. Dort nehmen als Rettungsassistenten ausgebildete Menschen die Notrufe entgegen, fragen genau den Gesundheitszustand ab und entscheiden, ob der Notarzt zu rufen ist oder der Rettungswagen.

Im Kreis Unna gibt es fünf Notarztstandorte, einer davon ist in Schwerte. Die Standorte sind an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden lang besetzt. Die Notärzte sind an beiden Schwerter Krankenhäusern stationiert. Der Notarztwagen gehört zur Schwerter Feuerwehr und wird auch von der Feuerwehr gefahren. „Wir haben den Anspruch, nach acht bis zwölf Minuten jeden Patienten oder Einsatzort zu erreichen“, sagt Wilhelm Müller, der Wachenleiter in der Ruhrstadt.

Der Hausarztdienst nach Praxisschluss

Der hausärztliche Notfalldienst ist eine Leistung, die alle niedergelassenen Ärzte außerhalb ihrer Praxiszeiten bieten müssen. Deshalb haben sich an vielen Orten die Ärzte zusammengetan, um im Wechsel den Dienst an Mittwochnachmittagen, Feiertagen und Wochenenden zu regeln, so dass sie selber auch mal einen freien Sonntag haben. In ländlichen Regionen teilen sich häufig eine Handvoll Ärzte die Wochenenddienste das Jahr über. Nun will die Kassenärztliche Vereinigung mehr Gerechtigkeit ins System bringen.

Ab dem 1. Februar gibt es in Westfalen 32 Notfalldienstbezirke mit 67 Notfalldienstpraxen. Schwerte gehört mit Lünen, Kamen, Unna, Fröndenberg, Holzwickede und Dortmund zum Notfalldienstbezirk 21. In Schwerte ist eine Praxis dann im Marienkrankenhaus untergebracht. Der dienst dort heißt Sitzdienst, die Ärzte, die Hausbesuche machen, übernehmen den Fahrdienst. Die Fahrdienstzeiten sind montags, dienstags und donnerstags von 18 bis 8 Uhr; mittwochs und freitags von 13 bis 8 Uhr, sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 8 bis 8 Uhr; die Sitzdienstzeiten sind montags, dienstags und donnerstags von 18 bis 22 Uhr; mittwochs und freitags von 13 bis 22 Uhr; samstags, sonntags und feiertags von 8 bis 22 Uhr.

Den hausärztlichen Notfalldienst nimmt man unter anderem in Anspruch, wenn man plötzlich eine schwere Grippe bekommt, eine Wunde wider Erwarten eitert, das heißt, wenn keine lebensbedrohlichen Erkrankungen vorliegen. Die neue Nummer für diesen Notfalldienst ist ab dem 1. Februar die 0180/5 04 41 00. In einem Duisburger Callcenter sitzen medizinisch ausgebildete Frauen und Männer, die fragen, um welche Krankheitssymptome es sich handelt.

Der Doktor kommt auch ans Krankenbett

Sie nennen den Anrufern die jeweils nahe gelegene Notfallpraxis. Kann der kranke Mensch nicht laufen, kommt der Arzt auch ins Haus. Aber der Patient muss sich auf Wartezeiten einstellen.

Die Ärzte werden chauffiert von Angestellten der Johanniter Unfallhilfe. Die Wagen sind jeweils am Haus oder der Praxis des Fahrdienst habenden Arztes geparkt, mit dem Fahrer am Steuer.

Für die Schwerter Ärzte bedeutet diese neue Regelung, dass sie vier Dienste pro Jahr machen müssen, einen mehr als bislang.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben