Ruhestand

In Oberbrügge endet eine Ära

Dirk Eicker verabschiedet sich in den Ruhestand und will seine Freizeit für Reisen mit Ehefrau Marita nutzen.

Dirk Eicker verabschiedet sich in den Ruhestand und will seine Freizeit für Reisen mit Ehefrau Marita nutzen.

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Halver.Mehr als ein Jahrhundert lang und über drei Generationen hat die Firma Eicker Land- und Gartentechnik in Oberbrügge zunächst der Landwirtschaft, dann Kommunen, Galabauern und Hobbygärtnern mit Produkten und Service rund um die grüne Technik zur Seite gestanden. Doch jetzt ist Schluss. Inhaber Dirk Eicker verabschiedet sich in den Ruhestand. Zum 31. Dezember schließt das Traditionsunternehmen offiziell. Bis Ende März 2014 erfolgt der Ausverkauf vorhandener Lagerbestände an Kleinmaschinen und Ersatzteilen sowie der Werkstattausstattung.

Bereits 1911 betrieb Dirk Eickers Großvater eine Schmiede. Damals standen landwirtschaftliche Geräte und die Produktion von Federhämmern im Mittelpunkt der Arbeit. Durch die Mechanisierung der Landwirtschaft wurde aus der Schmiede schließlich ein Landtechnik-Anbieter. Nach seinem Großvater übernahm sein Vater das Geschäft.

Dann war Dirk Eicker an der Reihe. Er sei nie gefragt worden, was er gerne lernen wollte. Stattdessen sei klar gewesen, dass auch er in das Unternehmen einsteigen und es später übernehmen würde. Und so absolvierte Dirk Eicker 1966 eine dreieinhalb-jährige Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker. „Mich hat keiner dazu gezwungen. Es war eben Tradition in unserer Familie“, sagt Eicker. 1973 legte er erfolgreich seine Meisterprüfung ab, zehn Jahre später übernahm er den Betrieb. „Mein Vater war immer noch dabei. Er hat die Dinge gemacht, die ihm Spaß gemacht haben“, erinnert sich der 63-Jährige.

Einen Käufer für das Gebäude hat Eicker unter den Mitgliedern der Baptisten-Gemeinde in Oberbrügge gefunden. Sein Nachfolger will einen Metallbau-Betrieb in den Räumen unterbringen. Die benachbarte Kfz-Werkstatt bleibe bestehen, sagt Eicker. Sie sei vom Käufer als Mieter übernommen worden.

Für seine Kunden gab es zum Abschied persönliche Dankesschreiben für die jahrelange Treue. Als sie von der Schließung gehört hätten, seien plötzlich alle noch einmal gekommen, um Reparaturen oder Wartungen ihrer Geräte von Dirk Eicker vornehmen zu lassen.

Ob er seine Arbeit sehr vermissen wird, kann Dirk Eicker noch nicht sagen. Im Moment überwiege die Freude über die baldige Freizeit, die er mit seiner Frau Marita verbringen möchte. Gemeinsam will das Paar Reisen mit dem Auto samt Wohnkabine unternehmen. Dabei stehen vor allem Länder mit Wüsten auf dem Reiseplan. „Früher hatte ich nur eine Woche Urlaub im Jahr. Seit 1995 waren es dann zwei“, erklärt Eicker. Jetzt habe er viel nachzuholen.

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