Buch-Kritik

Krimi-Autor Edwardson lässt seine Fans hoffen

Mord am Hellweg: Lesung mit Åke Edwardson (l.) in der Gesamtschule.

Mord am Hellweg: Lesung mit Åke Edwardson (l.) in der Gesamtschule.

Foto: Dietmar Wäsche

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Kamen.Eine deutsche Krimi-Premiere bescherte „Mord am Hellweg“. Åke Edwardson hatte beim Besuch in der Gesamtschule am Sonntag seinen neuen Krimi frisch aus der Drucker-Presse im Gepäck - und neue Hoffnung für seine Fans. „Der letzte Winter“ wird nicht unbedingt der letzte Winter bleiben.

Bestens gelaunt erschien Edwardson in der Studiobühne, ganz so, als hätte ihm Urlaub von seiner Hauptfigur nach 15 Jahren gut getan. Mit seiner deutschsprachigen Verstärkung Oliver Mommsen, Bremer Tatortkommissar, und Moderatorin Margarete von Schwarzkopf spielte er sich höchst unterhaltsam die Bälle zu. Der Abend wurde weit mehr als eine reine Lesung.

Er war ein echtes Fantreffen. Selten wurden so viele Bücher nach einer Lesung in Kamen verkauft, selten war die Signierschlange so lang. Aber das Publikum war auch vorher bestens unterhalten worden.

Sprachprobleme gab es keine. Edwardson beherrscht deutscher Familienbande wegen diese Sprache ein wenig und nahm bei den Pointen seiner englischen Zwischenerzählungen gern schon mal den Übersetzern die Arbeit weg. Auch die aber waren Edwardson-Fans und steuerten eigene Elemente zu einem vergnüglichen Krimi-Abend bei.

Action gibt es bei Edwardson kaum

Edwardson selbst erklärte angesichts des Zuspruchs, ihn wundere, warum so viele Menschen seine Bücher liebten. Action nämlich gebe es darin eigentlich kaum. Tatsächlich sind es eher die Dialoge und Zwischentöne, die seine Bücher auszeichnen - und überraschende Handlungslinien. Ihn erschrecke manchmal selbst, was da seiner Fantasie entspringe, räumte der Autor ein. Gerne lässt er zu, dass Menschen von den Schatten ihrer Vergangenheit eingeholt werden.

Diesmal rückt das mörderische Geschehen Kommissar Winter näher. Der steht jetzt auch auf deutsch seinen zehnten Band durch. Und Edwardson hatte wiederholt angekündigt, dass dieses Buch getreu seines Titels der letzte Winter werden würde. So bietet der Band zusätzlichen Anlass zu rätseln: Stirbt Winter, schmeißt er den Job? Verraten sei hier nur, dass er nicht stirbt. Und so nährte Edwardson selbst Zweifel am Ende seiner Kultreihe. Beim Abschluss des schwedischen Originals vor zwei Jahren sei er davon noch überzeugt gewesen, Nun sagt er selbst: „Ich weiß es nicht.“ Das Buch lässt Fortsetzungsoptionen ebenfalls offen.

Das Zeug zum Schlusspunkt aber hätte der Band. Auch eine neue Ermittlerin wird eingeführt. Die aber sei nicht gedacht als Zentrum weiterer zehn Bände.

Mit Edwardson startete Mord am Hellweg in die Schlusswoche. In Kamen steht dazu ein Abend an mit Klaus-Peter Wolf am Mittwoch, 3. November, ab 20 Uhr in der Stadtbücherei. Und am 16. November wird der Mafia-Abend mit Petra Reski nachgeholt. Er ist restlos ausverkauft.

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